Ein Kleinwagen, der gar keiner ist

Motor / 13.05.2016 • 11:30 Uhr
Eindruck: Mehr Platz bietet kaum ein anderer Mitbewerber im Kleinwagensegment. Der Honda Jazz ist ein kleines Raumwunder mit einem praktischen Sitzkonzept. Der Look und die Fahreigenschaften gehören in die Kategorie „brav“.

Eindruck: Mehr Platz bietet kaum ein anderer Mitbewerber im Kleinwagensegment. Der Honda Jazz ist ein kleines Raumwunder mit einem praktischen Sitzkonzept. Der Look und die Fahreigenschaften gehören in die Kategorie „brav“.

Geht es um Platz und Variabilität, ist der Jazz dem Kleinwagensegment entwachsen.

Honda. „Man maximum, machine Minimum“: Unter diesem Arbeitstitel haben die japanischen Entwickler einen Kleinwagen gebaut, der den Fahrzeuginsassen auf dem kleinstmöglichen Raum ein größtmögliches Platzangebot ermöglicht. 2001 hat der Honda Jazz Premiere gefeiert und mit diesem Konzept weltweit mehr als fünf Millionen Kunden begeistert. Seit Ende 2015 ist nun die dritte Generation auf dem Markt, die sich ganz in der Tradition des Ur-Jazz als kompaktes Raumwunder im Kleinwagensegment behaupten will. Ganz so klein ist die Neuauflage allerdings gar nicht mehr. Fast zehn Zentimeter hat der Jazz in der Länge zugelegt und auch der Radstand (plus 3 Zentimeter) ist gewachsen. Vor allem im Innenraum ist der Jazz damit dem Kleinwagen-Segment endgültig entwachsen. Entsprechend großzügig ist das Raumangebot. Noch nicht einmal in der zweiten Sitzreihe geht es beengt zu. Die wahre Größe eines Kleinwagens zeigt sich im Gepäckabteil. Das fasst im Falle des Honda Jazz 354 Liter, bei umgeklappten Sitzen sogar 1314 Liter. Apropos Sitze: Beim Jazz sind die alles andere als herkömmlich. „Magic Seats“ nennt sie der Hersteller. Das Zauberhafte daran ist ihre Variabilität.

Mit Zauberei hat das großzügige Platzangebot allerdings wenig zu tun. Die Erklärung ist recht einfach: Die Honda-Entwickler haben den Tank platzsparend unter den Vordersitzen platziert. Das erhöht zudem die Variabilität.

Beim Antrieb ist die Wahl einfach: Es gibt nur einen 1,3-Liter-Benziner. Den allerdings wahlweise mit 6-Gang-Schaltung bzw. CVT-Getriebe. Im VN-Test tat der Handschalter Dienst – eine gute Wahl. 102 PS leistet das Honda-Aggregat und sorgt für ganz ordentliche Fahrleistungen. Die fünf Liter Normverbrauch wurden in der Praxis mit 5,9 Litern nur leicht übertroffen.

Schon ein Blick auf das Datenblatt zeigt, dass dieser praktische Kleinwagen nichts für die ganz großen Emotionen ist. Auch optisch wirkt er trotz sportlicherer Frontpartie recht brav. Allerdings überrascht der gar nicht so kleine Kleinwagen mit einem zum Vorgänger deutlich verbesserten Handling. Verantwortlich dafür: eine steifere Konstruktion, eine neue Servolenkung und eine sportlichere Fahrwerksabstimmung. So bleibt der Fahrspaß nicht auf der Strecke.

Der neue Jazz mit sportlicherer Front und einer auf maximales Raumangebot ausgelegten Silhouette. Fotos: vn/Steurer
Der neue Jazz mit sportlicherer Front und einer auf maximales Raumangebot ausgelegten Silhouette. Fotos: vn/Steurer
Kompakte Abmessungen, viel Platz.
Kompakte Abmessungen, viel Platz.
Innen: etwas bieder, aber höchst praktisch.
Innen: etwas bieder, aber höchst praktisch.

Fakten

Motor/Antrieb: 1,3-Liter-Benziner mit 102 PS Leistung, 123 Nm Drehmoment, Frontantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 11,2 Sekunden, 190 km/h Spitze, 5 Liter Verbrauch (116 g CO2/km); Testverbrauch: 5,9 Liter

Preis: ab 16.250 Euro; Testwagen: 20.225 Euro.