E-Mobilität: Bitte warten
Luxusautos nahe der Protzgrenze haben den Genfer Autosalon erobert. Die Traumautos für eine Handvoll Superreiche sind nach Jahren der Zurückhaltung wieder allgegenwärtig. Und selbst Autos mit alternativen Antrieben fallen mit aberwitzigen Leistungsdaten im 1000-PS-Bereich auf. Schneller, stärker und teurer – wenn es sein muss auch elektrisch.
Die Ökokonzeptautos der letzten Jahre, die Vorboten für eine emissionsfreie Mobilität hätten sein sollen, sind Geschichte. In Genf jedenfalls mussten sie Kraftprotzen Platz machen. Automanager hatten zuletzt regelmäßig angekündigt, bald erschwingliche E-Autos mit akzeptablen Reichweiten auf den Markt zu bringen. Den Beweis sind sie bisher aber schuldig geblieben.
„Reichweiten von mehr als 500 Kilometer sind bis Ende des Jahrzehnts machbar. Ladezeiten werden auf die Dauer einer Kaffeepause sinken. Auf lange Sicht werden Elektroautos weniger kosten als ein Auto mit Verbrenner.“ Das hat der Chef des VW-Konzerns, Matthias Müller, diese Woche in Genf gesagt. Ob man ihm das glauben darf? Bei Bugatti, einem Mitglied der VW-Familie, wird ein Sportwagen mit acht Liter Hubraum, 16 Zylindern, 1500 PS und rund 20 Liter Spritverbrauch gefeiert. Für leistbare E-Autos mit ausreichend Reichweite heißt es aber weiter: bitte warten.
michael.gasser@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-265
Kommentar