Honda feilt weiter am sportlichen Marken-Image

Wie Honda den Civic zum Sportler trimmt und dennoch mit Nutzwert punktet.
Honda. Mit dem Design des Civic gehen die Japaner ganz eigene Wege. In Europa will Honda damit eine Nische besetzen – fernab vom Einheits-Look der Bestseller. Der Fokus ist dabei ganz auf Sportlichkeit gerichtet. Zum aktuellen Modelljahr ist die Optik des Civic noch ein wenig dynamischer geworden. In vielen Details haben die Designer nachgeschärft. Und auch ein Sondermodell aufgelegt. Die Civic Sport Edition bedient sich optischer Elemente des Type R, dem Topmodell der Baureihe.
Vorne Stoßfänger mit Wabengrill, hinten Spoiler in Wagenfarbe lackiert. Garniert wird das alles mit einer sportlichen Seitenschwellerverkleidung und schwarzen 17-Zoll-Metallfelgen. Im schicken „Sportanzug“ macht der Civic ordentlich was her. Außen wie innen. Auch das Cockpit ist vom Rennsport inspiriert. Schwarzer Dachhimmel und Alu-Pedalauflagen lassen keinen Zweifel an den Ambitionen.
Wobei es Honda bei der Sport Edition nur optisch ernst meint. Unter dem sportlichen Blechkleid des Testautos ist ein grundsolider 1,6-Liter-Diesel verbaut. Der leistet 120 PS und sorgt für brave Fahrleistungen. Mehr aber auch nicht. 10,5 Sekunden dauert der Sprint auf Tempo 100. Die Spitze liegt bei 207 km/h.
Dafür ist er umso sparsamer. Honda gibt den Normverbrauch mit 3,7 Litern auf 100 Kilometer an. Im Test waren es bei ambitionierter Fahrweise mit 5,8 Liter dann allerdings doch etwas mehr. Zurückhaltend bewegt lässt sich aber auch in der Praxis ein Verbrauch nahe den angegebenen Werte realisieren.
Sportliches Fahrwerk
Der Honda Civic ist dennoch ein Dynamiker. Die Gänge lassen sich sportlich knackig wechseln. Und auch bei Lenkung und Fahrwerk ist die erfolgreiche Rennsportgeschichte der Marke erlebbar. Abgesehen von der eher nüchternen Performance des Selbstzünders hält das Sondermodell auch auf der Straße das optische Versprechen.
Mal abgesehen von der Sportlichkeit hat sich Honda mit dem Civic längst den Ruf einer Kofferraum-Marke gemacht. Beim Umlegen der Lehnen falten sich die Rücksitze Richtung Boden und bieten einen tiefen, ebenen Laderaum. Mit 477 bis 1378 Liter Ladevolumen zählt das Gepäckabteil des Japaners zu den größten im Kompakt-Segment. Mit einer Länge von 4,37 Metern ist der Civic allerdings auch von den Abmessungen am oberen Ende der Klasse angekommen.
So praktisch sich der Innenraum erweist, so wenig überzeugend ist die große Heckklappe aus Glas. Die Übersicht ist eingeschränkt.
Ansonsten leistet sich der Honda Civic nur wenige Schwächen und bietet so eine attraktive Alternative ganz abseits vom Mainstream im Kompakt-Segment.



Eindruck: Die ganz auf Sportlichkeit getrimmte Optik polarisiert. Honda positioniert den Civic damit in einer Nische. Der 1,6-Liter-Diesel entspricht dieser sportlichen Note allerdings kaum. Das Fahrwerk schon. Der Civic liegt richtig gut auf der Straße.
Fakten
Motor/Antrieb: 1,6-Liter-Diesel mit 120 PS Leistung, 300 Nm Drehmoment; 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb
Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 10,5 Sekunden, Spitze bei 207 km/h, Verbrauch 3,7 l (98 g CO2/km); Testverbrauch: 5,8 l
Preis: ab 25.490 Euro; Testwagen: 27.289 Euro.