Schadstoffarm und sparsam

Umwelt-Offensive: VW-Konzern stellt seine Erdgasmodelle ins Rampenlicht.
vw-Konzern. TGI, g-tron, G-TEC – einzig der Zusatz zur Modellbezeichnung am Heck der Autos lässt darauf schließen, dass hier ein Auto mit alternativem Antrieb vorfährt. Das war’s schon mit den optischen Unterschieden der Erdgasmodelle des VW-Konzerns zu ihren Benzin- und Diesel-Brüdern. Unterm Blechkleid sieht das anders aus. Da sind neben kleineren Benzin- zusätzliche Gas-Tanks verbaut. Der herkömmliche Ottomotor wird mit einem Erdgas-Luft-Gemisch versorgt. Ist der Tank leer, wird automatisch auf Benzin-Betrieb umgeschaltet.
Soweit die Theorie. In der Praxis, das haben ausführliche VN-Testfahrten mit verschiedenen Modellen gezeigt, klappt das prima. Die kombinierte Reichweite liegt teils bei deutlich über 1000 Kilometern. Was das Fahren selbst betrifft, sind praktisch keine Unterschiede feststellbar. Die Technik ist ausgereift, funktioniert tadellos. Nachteile im Fahrbetrieb gibt es keine. Einschränkungen schon. So verfügt längst nicht jede Tankstelle über eine Erdgaszapfsäule. In Österreich ist die Versorgung dennoch bereits recht dicht. 180 Tankstellen gibt es, knapp ein Dutzend davon in Vorarlberg – Tendenz steigend. Und der Tankvorgang selbst? Der geht unkompliziert vonstatten, dauert aber etwas länger als bei Benzin oder Diesel.
Breites Angebot
Umfangreich ist mittlerweile auch das Modellangebot. Neben dem VW-Konzern haben auch Hersteller wie Mercedes, Fiat und Opel Erdgasfahrzeuge im Programm. Am breitesten aufgestellt ist allerdings Europas größter Autobauer. Aktuell umfasst das Angebot knapp ein Dutzend Modelle vom kleinen Seat Mii über den Audi A3, den geräumigen Skoda Octavia Combi bis hin zum Erdgas-Golf. Der VW Caddy steht bereits in den Startlöchern.
Jedes zehnte Fahrzeug in Europa soll bis 2020 ein Erdgasauto sein, hat die EU-Kommission als Ziel vorgegeben. VW hat jetzt eine Erdgas-Offensive gestartet. Denn in Österreich ist die Akzeptanz noch immer gering. Mit 793 Zulassungen im Vorjahr lag der Marktanteil bei nur 0,3 Prozent. Marktführer sind die VW-Konzern-Modelle mit acht Fahrzeugen unter den Top 10 und einem Marktanteil von fast 70 Prozent.
Es gibt viele Gründe, die für Erdgasautos sprechen. Sie sind umweltfreundlicher (bis zu 80 Prozent weniger Schadstoffe) und sparsamer. Die Verbrauchswerte liegen bei effizienten Modellen zwischen 2,9 bis 3,5 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometer. Bei einem Kilopreis von rund einem Euro lässt sich Geld sparen. Um den höheren Anschaffungspreis hereinzufahren, müssen aber bis zu 15.000 Kilometer im Jahr zurückgelegt werden. Für Vielfahrer sind Erdgasautos also eine spannende Alternative.



Fakten
Erdgasmodelle des VW-Konzerns: VW: up! Erdgas (ab 13.140 Euro); Golf TGI (ab 24.910 Euro); Golf Variant (ab 25.770 Euro)
Audi: A3 g-Tron (ab 27.240 Euro)
Seat: Mii CNG Ecofuel (ab 11.920 Euro); Leon TGI (ab 21.490 Euro); Leon ST (ab 22.640 Euro)
Skoda: Citigo G-TEC (11.860 Euro); Octavia G-TEC (ab 22.900 Euro); Octavia Combi (ab 23.810 Euro)