Hybrider Verzicht – das war gestern

Der Toyota Prius+ stellt sich dem VN-Dauerlauf: Ist er die Nummer eins der Öko-Familienautos?
Toyota. Hybridautos, die sich in Eigenregie mit Strom beliefern, haben den Geruch des Spartanischen. Der Toyota Prius ist das absolute Pionier-Automobil dieser Art von Antrieb. Und an dem Image der Genügsamkeit auf allen Ebenen schon ein wenig selbst schuld. Sparsam ja, aber auch Verzicht fordernd. So setzten sich Toyotas ,,Zweimotorige“ vor zwei Jahrzehnten mutig an die Spitze der mittlerweile ordentlich in die Breite gegangenen Hybridbewegung.
Heute hat fast jeder Hersteller seine spezielle Mixtur aus Verbrennungs- und Elektromotor, mit oder ohne Anschluss ans öffentliche Stromnetz. Und aus dem Prius, dem nüchternen, temperament- und komfortlosen Sparefroh der Hybrid-Urzeit, ist ein Vorzeigeauto geworden, das nicht nur im strengen Kalifornien Anklang findet, sondern auch in unseren Breitengraden. Speziell die an Verbrauch und Zuverlässigkeit hohe Ansprüche stellende Gilde der Taxler hat den Spar-Japaner ins Herz geschlossen. In vielen europäischen Ländern, Spanien allen voran, wundern sich die Fahrgäste, auch mehr und mehr österreichische, sobald sich das Taxi lautlos in Bewegung setzt.
So richtig in Fahrt kam der im Lauf der Jahre perfektionierte Prius durch die Ausweitung auf sieben Sitze. Er ist das erste siebenplätzige Hybridauto. Und was dem Taxi einen praktischen Mehrwert bietet, ist natürlich auch für die Familie nicht zu verachten.
Damit sind wir auch schon beim ersten großen Plus des Prius Plus: Sein ausgereiftes Konzept bietet echt viel variablen Raum für die ganze Familie. Wenn’s drauf ankommt, machen Mama und Papa, Oma und Opa und alle drei Sprößlinge (sofern vorhanden und noch nicht volljährig) gemeinsam einen entspannten Öko-Ausflug. Wo gibt’s das sonst noch in der leistbaren Family-Kategorie?
Da und dort ätzender Kritik ausgesetzt, hat Toyota längst Schluss gemacht mit dem braven nüchtern Look. Der siebensitzige Hybrid-Van ist zwar noch kein aufwühlender Design-Hit, aber er bietet nach der jüngsten Renovierung ein frisches Outfit, zusätzliche Ausstattung und noch mehr Komfort. Verzicht war gestern.
Auch Stromfresser drin
Jetzt offeriert auch der Prius so ziemlich alles, was das Leben im Auto angenehmer und sicherer macht. Sogar so Stromfresser wie etwa die Sitzheizung. Deren schwer zu ertastende zarte Kippschalter sind zwar dezent versteckt im Untergrund des nüchternen Cockpits, unmäßigem Gebrauch vorbeugend. Aber sie stehen für die Aufwärtsentwicklung des Prius zu einem wahren Familienfreund mit richtig viel Ausstattung fürs Geld.


Fakten
Motor/Antrieb: 1,8-Liter-Vierzylinder-Benziner, 99 PS, plus E-Motor, Systemleistung 136 PS, stufenloses Automatikgetriebe
Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 11,3 Sekunden, Spitze 165 km/h; 4,1 l (96 g CO2/km), Testverbrauch: 6,2 l
Preis: 32.280 Euro, Testfahrzeug 38.504,50 Euro