Exot im großen Premium-Teich

Gegen BMW, Audi und Mercedes: Infiniti will Deutschen das Leben schwer machen.
Infiniti. 1989 hat der japanische Autobauer Nissan seine eigene Premiummarke lanciert. Den Anfang machte Nordamerika. 2008 wagte Infiniti den Sprung über den Teich nach Europa, wo die Marke behutsam in die einzelnen Märkte eingeführt wurde. In Österreich ist Infiniti seit 2012 präsent. Seither matcht sich der Nobelableger von Nissan auch hierzulande gegen die Platzhirsche BMW, Audi und Mercedes. Freilich nur mit kleinen Stückzahlen und überschaubarem Erfolg. Dabei sind die Produkte mehr als nur ganz ordentlich und auch das Desgin sehr ansprechend. Ob das reicht, um den etablierten Wettbewerbern das Leben schwer zu machen?
Die Antwort darauf hat der Markt. Die Produkte konnten die VN genauer unter die Lupe nehmen. Eines davon ist der Q50, eine kompakte Limousine als Alternative zu Audi A4, 3er BMW oder Mercedes C-Klasse.
Optik ist Geschmacksache, bei Fahrzeugen im Premiumsegment allerdings ein wichtiges Kaufkriterium. Schließlich geht es ja stark ums Prestige. Verstecken braucht sich der Q50 in dieser Disziplin vor seinen Konkurrenten jedenfalls nicht. Er sieht edel aus, macht schon im Stand ordentlich was her.
Effizienter Antrieb
Unter der schmucken Haube arbeitet ein 2,2-Liter-Selbstzünder mit 170 PS Leistung. Ein braves Aggregat, das für ordentliche Fahrleistungen sorgt und dabei höchst effizient ist. 4,9 Liter Normverbrauch (5,6 Liter im Test) sind gute Werte. Dass der Motor im kalten Zustand deutlich hörbar ist, verzeiht man ihm dann auch.
Technisch vor den Mitbewerbern ist Infiniti dank dem ersten „Direct Adaptiv Steering“ im Segment. Der Fahrer kann sich die Lenkübersetzung dabei selbst wählen. Mechanische Einflüsse wie etwa Lenkradvibrationen bleiben aus. Insgesamt ist das Fahrverhalten höchst ausgewogen.
Schwächen: Das Zusammenspiel von herkömmlichen Knöpfen und zweier Touchscreens macht die Bedienung nicht gerade einfacher. Und das Fehlen der Option auf Allradantrieb wird dem Q50 hierzulande in strengen Wintern auch kaum Fans einbringen. Das war’s aber auch schon. Ansonsten schlägt sich der Exot im Premiumteich ganz passabel.


Fakten
Motor/Antrieb: 2,2-Liter Dieselaggregat mit 170 PS Leistung, 400 Nm Drehmoment, 7-Gang-Automatikgetriebe, Heckantrieb
Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 8,7 Sekunden, 231 km/h Höchstgeschwindigkeit; 4,9 Liter Verbrauch (128 g CO2), Test: 5,6 Liter
Preis: ab 36.347 Euro Testwagen: 55.828 Euro.