BMW setzt alle Baureihen unter Strom

Elektro-Offensive geht weiter. Leistungsfähigkeit der Batterien verbessert sich markant.
BMW. BMW reitet auf einer Erfolgswelle. 2014 war ein Jahr der Rekorde. Noch nie in der Unternehmensgeschichte wurden so viele Fahrzeuge ausgeliefert, der Umsatz kletterte auf eine Bestmarke. Gleichzeitig stellt der Premiumhersteller die Weichen für die Zukunft. BMW setzt auf Strom. Das hat das Unternehmen diese Woche auf der Bilanzpressekonferenz angekündigt.
Wie entwickelt sich der weltweite Fahrzeugabsatz bei BMW?
Die BMW Group (BMW, Mini, Rolls-Royce) hat im Vorjahr 2,1 Millionen Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert. Rund 1,8 Millionen gehen auf das Konto der Kernmarke BMW, 300 steuert Mini bei. Der Rekordabsatz beschert den Münchnern auch Rekordumsätze. So stiegen die Konzerneinnahmen auf 80,4 Milliarden Euro (+ 5,7 Prozent). Der Konzernüberschuss erhöhte sich auf 5,8 Milliarden (+ 9,2 Prozent). Wirtschaftlich stehen die Bayern glänzend da.
Welche Akzeptanz haben die BMW-i-Modelle?
BMW hat mit dem i3 ein batterieelektrisches Fahrzeug lanciert und mit dem i8 einen Plug-in-Hybrid-Sportwagen. Vom i3 wurden im Vorjahr 17.800 Exemplare in 32 Ländern verkauft. Neue Märkte kommen dazu. In den ersten zwei Monaten des Jahres hat BMW die Produktion auf 2000 i3-Modelle pro Monat hochgefahren. In Kernmärkten wie Deutschland läuft der Verkauf allerdings schleppend. Konzern-Chef Norbert Reithofer fordert deshalb einmal mehr von der Politik eine „Anschubförderung“, damit eine Marktdurchdringung gelingen kann. Beim exklusiven Elektro-Sportwagen i8 braucht es das alles nicht. Die Bestellungen übertreffen alle Erwartungen. Im Vorjahr wurden 1741 Fahrzeuge verkauft. Die Produktion wurde mittlerweile verdoppelt. Täglich laufen 20 der flachen Sportautos vom Band.
Auf welche Technologie setzt BMW beim Antrieb der Zukunft?
BMW setzt ganz auf Strom. Vorstandschef Norbert Reithofer kündigte an, „Schritt für Schritt alle Baureihen zu elektrifizieren“. Gezeigt wurde in München jetzt auch der X5 Plug-in-Hybrid, der nächstes Jahr auf den Markt kommen soll. Danach folgen die 3er- und 2er-Baureihen. Mit Strom sollen bald auch die ersten Minis fahren. Das sagte Markenchef Peter Schwarzenbauer in München. E-Antrieb ist für die urbane Kultmarke Pflicht. Markante Verbesserung verspricht BMW bei der Leistungsfähigkeit der Batterien. Technik-Vorstand Klaus Fröhlich spricht beim Energiegehalt von Steigerungen um 30 Prozent alle zwei Jahre. Damit steigt entweder die Reichweite oder es sinken bei gleicher Reichweite die Preise.
Wie weit sind die Bayern beim autonomen Fahren?
Beim autonomen Fahren ist BMW vorsichtig. Ganz ohne Fahrer wird es demnach wohl erst nach 2020 gehen, glaubt Technik-Chef Fröhlich. Teilautonom werden BMW-Modelle aber deutlich früher unterwegs sein. Künftige Modelle würden in bestimmten Situationen zum Chauffeur. Etwa in Parkhäusern werden sich die Fahrzeuge eigenständig bewegen können.
Welche Bedeutung hat Carsharing bei BMW?
BMW hat mit „DriveNow“ erfolgreich seine Mobilitätsdienstleistung etabliert. In Deutschland ist „DriveNow“ bereits profitabel. Angeboten werden die Dienste in 15 Städten Europas – darunter auch Wien. Die Zahl der Kunden hat sich in kürzester Zeit auf 420.000 verdoppelt.
BMW-Bilanz 2014
Fahrzeugabsatz: 2,117.965 (+7,9 Prozent)
Umsatz: 80,401 Mrd. Euro (+5,7 Prozent)
Ergebnis vor Steuern: 8,707 Mrd. Euro (+10,3 Prozent)
EBIT-Marge: 9,6 Prozent