„Fiat verliert den Massenanspruch“

Motor / 13.03.2015 • 14:00 Uhr
Fiat Chrysler Automobiles (FCA) Sergio Marchionne über die Zukunft der Marken. Foto: Reuters, AP
Fiat Chrysler Automobiles (FCA) Sergio Marchionne über die Zukunft der Marken. Foto: Reuters, AP

Konzentration auf Kernwerte – wie CEO Marchionne seine Marken positioniert.

Fiat-chrysler. Blaues Hemd, dunkelblauer Pullover. Sergio Marchionne (62) wartet in einem Konferenzraum auf der Genfer Automesse auf Journalisten. Er wird Fragen beantworten. Launig und meist mit hohem Unterhaltungswert. Mit am „Round Table“: das gesamte Management des Fiat-Chrysler-Konzerns. Sie alle hören ihrem Chef gespannt zu. Was er sagt ist spontan und oft überraschend – selbst für seine engsten Mitarbeiter. Wie die Ankündigung, dass der neue Roadster, der in Kooperation mit Mazda (MX-5) entsteht, Fiat 124 Spyder heißen wird. Damit ist ein weiteres Geheimnis gelüftet.

Weniger überraschend sind andere Ankündigungen. Wie jene der Markenpositionierung. So werde Fiat den Anspruch des Massenherstellers verlieren, sagt Marchionne. Gehe es beispielsweise um das Thema SUV, dann sei das klar die Kernkompetenz von Jeep. „Ohne diese Klarheit in den Marken gäbe es Fiat vermutlich gar nicht mehr.“

Klar positioniert wird auch die Marke Alfa. Als Premium-Anbieter wollen die Italiener Mercedes, BMW und Audi die Stirn bieten. Noch etwas exklusiver soll Maserati vorfahren. Für beide Marken hat Marchionne längst ambitionierte Pläne präsentiert. Für die Wiederbelebung von Alfa sind 3,6 Milliarden Euro reserviert. Von Ende 2015 bis 2018 sollen acht neue Modelle lanciert, die Verkäufe von 74.000 im Jahr auf 400.000 erhöht werden. „An den Plänen hat sich nichts geändert“, bestätigte der Fiat-Chrysler-Chef in Genf. Der Startschuss soll im Juni erfolgen. Und auch bei Maserati plant Marchionne einen Ausbau des Modellangebots.

Großes Interesse zeigt der 62-Jährige, der im Vorjahr dank Prämien 31,3 Millionen Euro verdiente, an Kooperationen. In Genf lobte er die Zusammenarbeit mit Mazda und sprach von weiteren möglichen Projekten. Und auch mit Google und Apple, die beide an Autoprojekten arbeiten, könnte sich Marchionne eine Zusammenarbeit vorstellen. Einen möglichen Branchen-Einstieg der beiden nannte der Italiener als „das Beste, was uns passieren kann“. Und zur Ernsthaftigkeit der Pläne der IT-Riesen: „Das sind sehr seriöse Häuser – wenn die etwas planen, machen die das auch.“

Maserati soll stark wachsen.
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Acht neue Alfa-Modelle kommen.
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