Entwicklung: Audi lüftet Geheimnisse

Motor / 13.03.2015 • 13:59 Uhr
Im Windkanal: Die Entwicklungen aus dem Motorsport kommen den Serienfahrzeugen zugute. Fotos: Werk
Im Windkanal: Die Entwicklungen aus dem Motorsport kommen den Serienfahrzeugen zugute. Fotos: Werk

Exklusive Einblicke: Audi öffnet das Entwicklungszentrum.

audi. (VN-mig) Zutritt verboten. Was hinter diesen Mauern passiert, ist geheim. Hier entwickelt Audi Technologien, die in zukünftigen Modellen zum Einsatz kommen. Jetzt hat der Premium-Hersteller erstmals die Türen der Technischen Entwicklung und Produktion für eine Gruppe Journalisten geöffnet. „Wir wollen zeigen, woran wir arbeiten“, erklärt Audi-Chef Rupert Stadler im VN-Gespräch.

120 Meter ist der Raum lang. Hier arbeitet Audi an Lichttechnologien, die dem Hersteller „Vorsprung durch Technik“ bringen sollen. Ein Audi R8 leuchtet etwa die Hälfte des größten Lichtassistenzzentrums Europas aus. Stephan Berlitz ist Leiter der Abteilung. Er zeigt die jüngste Entwicklung: Den Laser-Spot für das Fernlicht. Er erhellt den Lichtkanal und rückt Rudi, ein Wildschwein aus Pappkarton am anderen Ende des Raumes, ins Rampenlicht. Mehrere hundert Meter lässt der Laser blicken. Er wird in immer mehr Modelle Einzug halten. Wie auch das automatische Fernlicht, das bei Gegenverkehr nur das Licht für die Gegenfahrbahn abblendet. Und noch mehr Zukunft: Interaktion. Das Licht folgt dem Fahrer, etwa wenn er sich zum Heck bewegt, um etwas aus dem Kofferraum zu holen. Oder die Scheinwerfer projizieren Informationen auf die Straße – beispielsweise die Breite des Fahrzeuges in Engstellen.

Der Rundgang geht weiter. Vorbei an einer Halle, in der wöchentlich gut ein Dutzend Autos gecrasht werden, vorbei am Haptiklabor, vorbei an durch Tücher abgedeckten Autos. Was sich darunter befindet, bleibt ein Geheimnis. Gelüftet wird, was in den Windkanälen passiert. Drei davon sind im Entwicklungszentrum. In einem wird ein fabrikneuer Audi R8 LMS, der für den Kundensport bestimmt ist, mit 300 km/h angeblasen. Viel könne man schon mit Computermodellen vorberechnen. „Vieles zeigt sich aber erst im Windkanal“, verrät der Linzer Heinz Hollerweger, Chef der quattro-GmbH.

Und weiter zum Werkzeugbau, wo gerade eine Presse mit 1400 Tonnen aus einem Metallstück ein TT-Türteil formt. Einzelne kleinere Werkzeuge sollen hier im 3D-Drucker entstehen. Tests laufen. Aber das ist selbst bei Audi noch ein wenig Zukunftsmusik.

120 Meter langer Lichtkanal. Hier entstehen neue Lichttechnologien.
120 Meter langer Lichtkanal. Hier entstehen neue Lichttechnologien.
VN-Motorchef Michael Gasser im Technikzentrum von Audi.
VN-Motorchef Michael Gasser im Technikzentrum von Audi.