Fiat 500L: Ein Riesenbaby mit der Optik fürs Grobe

Motor / 07.11.2014 • 14:33 Uhr
Offroad-Look, mehr Bodenfreiheit, bessere Traktion und integrierte Espressomaschine. Fotos: vn/Steurer
Offroad-Look, mehr Bodenfreiheit, bessere Traktion und integrierte Espressomaschine. Fotos: vn/Steurer

Die Trekking-Version des ausgewachsenen Cinquecento im VN-Test.

Fiat. Fiat ist 500. Immer mehr Baureihen werden eingestellt und der Fokus ganz auf das erfolgreiche Kultmodell gerichtet. Wobei aus dem Cinquecento längst eine Modellfamilie wurde. So ist der kleine, knuddelige Ur-500er, etwa als 500L, ordentlich gewachsen. Ein Riesenbaby, das den Charme des Winzlings gegen Platz getauscht hat. Den Menschen gefällts. Der 500L schließt nahtlos an die Erfolgsgeschichte seines kleinen Bruders an.

Immer neue Varianten

Um die Geschmäcker einer breiten Zielgruppe zu erreichen, bietet Fiat immer neue Varianten seiner 500L-Familie an. Etwa die Trekking-Version, die im sommerlichen Sorrento-Gelb zum Test vorgefahren ist. Ganz nach dem Motto: SUV sind im Trend, da kann ein SUV-Styling keinesfalls falsch sein. Und neben der Optik gibt es mit dem „Traction+System“ auch noch eine Mitgift, die den 500L Trekking zumindest fit fürs leichte Gelände macht.

Zurück zum Styling: Spezielle Stoßfänger und ein angedeuteter Unterfahrschutz sorgen für einen robusten Look. Bei der Bodenfreiheit sind ein paar Millimeter dazugekommen, was einerseits abseits befestigter Straßen hilfreich sein kann und im Stadtverkehr wiederum zu einer leicht erhöhten Sitzposition führt und damit den Überblick weiter verbessert. Innen sorgen braunes Leder am Lenkrad, der Türverkleidung und das Teilleder an den Sitzen für einen hochwertigen Qualitätseindruck. Und dann sind da noch Details, wie etwa die optionale Espressomaschine von Lavazza. Typisch italienisch und erfrischend anders – so sind die 500L-Modelle.

Sparsamer Motor

Kein kalter Kaffee, aber eben auch nicht wirklich Espresso ist der Vortrieb. Das 1,6-Liter-Dieselaggregat tut brav Dienst, mehr nicht. 0 auf 100 in 11,3 Sekunden, Spitze bei 175 km/h: dafür ist das 105-PS-Aggregat höchst sparsam. Der Normverbrauch liegt bei nur 4,7 Litern. Im Test waren es gute 5,6 Liter auf 100 Kilometer.

Und wie ist das mit dem Traktionsplus? An sich simpel: Über einen Schalter am Armaturenbrett wird Traction+ aktiviert. Das System verhindert durch Bremseingriffe das Durchdrehen eines einzelnen Rades und erhöht so die Traktion. Allradsystem ist das freilich keines und damit ist – zumindest was die Geländetauglichkeit anbelangt – der 500L Trekking mehr Schein als Sein. Aber: Für die meisten Fälle reicht der traktionsoptimierte Fronttriebler allemal. Und wer wirklich ins Gelände muss, der wartet einfach auf das nächste Baby der 500er-Familie. Der Geburtstermin des 500X steht schon fest. In wenigen Wochen steht der kompakte Kraxler bei den Händlern.

Fürs leichte Gelände reicht aber auch der 500L Trekking. Für den coolen Auftritt inklusive Espresso übrigens auch.

Alles drin – auch die Qualitätsanmutung passt.
Alles drin – auch die Qualitätsanmutung passt.
Negativ: Kein knuddeliger Kleinwagen wie der 500. Ganz nach dem Motto: tausche Charme gegen Platz.
Negativ: Kein knuddeliger Kleinwagen wie der 500. Ganz nach dem Motto: tausche Charme gegen Platz.
Positiv: Innovativ und witzig in den Details: wie etwa die integrierte Espressomaschine für italienische Momente.
Positiv: Innovativ und witzig in den Details: wie etwa die integrierte Espressomaschine für italienische Momente.
Der 500L bietet richtig viel Platz.
Der 500L bietet richtig viel Platz.

Fakten

Motor/Antrieb: 1,6-Liter-Diesel-aggregat mit 105 PS; 320 Nm Drehmoment, 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb.

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 11,3 Sekunden, Spitze 175 km/h; Verbrauch 4,7 l (122 g CO2/km), Testverbrauch: 5,7 l

Preis: ab 23.600 Euro; Testwagen: 27.175 Euro