4×4-Antrieb: Von der Kür zur Pflicht

Nicht allein in SUV- und Premiumsegmenten ist Allrad zunehmend nachgefragt.
Allradautos. Österreich ist aufgrund seiner Topografie ein starker Markt für 4×4-Fahrzeuge. Selbst wenn die Alpenrepublik sich gegen Osten zu vom Hochgebirge zur Steppe ausläuft, kann auch im Flachland vor allem in der kalten Jahreszeit ein Auto mit Antrieb an beiden Achsen fürs Vorankommen entscheidend sein – einer der Gründe, weshalb SUVs so beliebt sind. Dabei ist 4×4 nicht nur für hochbeinige Geländewagen oder solche, die sie zitie-
ren, ein Thema. Es betrifft
das Luxus- und Premium- ebenso wie das Sportwagensegment, im Sinne von Ganzjahres- und Allwettertauglichkeit leistungsstarker Modelle. Siehe Bentley: Bis auf ein Modell sind alle allradgetrieben, auch mit der neuen Einstiegsmotorisierung des New Flying Spur, des V8 mit 507 PS (ab 231.800 Euro). Porsche offeriert für den 911er Carrera und Carrera S Vierradantrieb, ebenso für den neuen GTS, mit 400 respektive, als S, 430 PS (ab 157.939,37 Euro).
Bei den Allradantrieben dieser Fahrzeuge handelt es sich in der Regel nicht um „echte“, mit starrem Durchsatz und Untersetzung, sondern um Systeme mit Lamellenkupplungen, Torque-Vectoring-Technik (mit gezieltem Abbremsen einzelner Räder) und dergleichen, kombiniert mit elektronischen Sperrdifferenzialen.
Stark im Trend liegt Allradantrieb in der Business- und der Mittelklasse sowie im Kompaktsegment – ein gewichtiges Verkaufsargument besonders im Flottengeschäft, wo 4×4 zunehmend von der Kür zur Pflicht wird. Ein traditioneller Vertreter im D-Segment ist der VW Passat. Auch in seiner Neuinterpretation startet er inklusive 4×4-Option (Die Limousine: ab 51.560 Euro, Variant: ab 53.130 Euro).
Weitere Beispiele sind der Audi A6 (F6), das Mercedes C-Klasse T-Modell (F5), der Opel Insignia (F5), der Skoda Octavia (F4) und der VW Golf (F6).
Als Alleinstellungsmerkmal auf dem Kleinwagensektor haben derzeit Fiat mit dem Panda (F5), und Suzuki mit dem Swift (siehe unten) 4×4 abonniert. Eine Sonderstellung hat der Peugeot 508 SW, der in Kooperation zwischen Diesel- und E-Motor Allradantrieb simuliert (wie auch der Citroen DS5 Hybrid4)
Bei Herstellern wie Audi und BMW liegt der Anteil an aktuell zugelassenen Allradautos über die gesamte Modellpalette hinweg auf deutlich mehr als der Hälfte: 53 respektive 62,4 Prozent. Auch ohne SUVs bringen es die Ingolstädter in den A-Baureihen immer noch auf 35 Prozent, die Münchner erzielen derzeit etwa beim 5er gar rund 80 Prozent.
Die VN haben einen Überblick der aktuellsten Allradmodelle im Kleinwagen- Limousinen und Kombi-Segment zusammengestellt. Preise beziehen sich jeweils auf die 4×4-Versionen.


Impressum
Redaktion: Michael Gasser (Ltg.), Beatrix Keckeis-Hiller
Fotos: Hersteller