Vorfahrt für das praktische Talent

Motor / 22.08.2014 • 13:44 Uhr
Auffällig gestylte Karosserie, variabler Innenraum: Der Honda Civic Tourer ist ein durchaus praktisches Familienauto. Fotos: vn/steurer
Auffällig gestylte Karosserie, variabler Innenraum: Der Honda Civic Tourer ist ein durchaus praktisches Familienauto. Fotos: vn/steurer

Der neue Kompakt-Kombi von Honda gibt den sparsamen und flexiblen Raumstifter.

Honda. An Auffälligkeit hat es dem Civic bislang nicht gefehlt. Dafür sorgen das eigenwillig futuristisch gestylte Blechkleid und das gleichsam spacige Cockpitdesign. Mit der Auffrischung des Kompaktklassemodells hat Honda inzwischen auch eine Lücke geschlossen. Viele Jahre hat’s gedauert, nun aber gibt’s den optischen Muntermacher auch in der Kombi-Version.

Es ist nicht übertrieben, zu behaupten, dass die Nippon-Marke die Bedürfnisse vieler europäischer Automobilisten, denen der Sinn nach kompakten Familien- und Frachtmobilen steht, schlichtweg vernachlässigt hat. Mit der aufwendig gestalteten und praktisch veranlagten Rucksack-Variante des Civic, Tourer genannt, will Honda jetzt gegenüber der vorneweg fahrenden Konkurrenz Boden gutmachen. Das sollte klappen. Im VN-Test jedenfalls konnte der Nachzügler in der Kompakt-Kombi-Klasse bei so wichtigen Anforderungen wie Raumangebot und Antrieb durchaus überzeugen. Honda hat mit dem auf über 4,5 Meter gedehnten Civic Tourer tatsächlich einen Ladeprofi auf die Räder gestellt. Der hat hinter der wuchtigen Heckklappe echt was zu bieten. 1668 Liter maximales Gepäckraumvolumen sind eine Ansage. Da lässt sich etwa auch ein Mountainbike locker verstauen. Der Ladeboden ist topf­eben, weil beim Tourer der Tank unter den Vordersitzen verbaut ist. Außerdem lässt sich die Fondsitzbank hochklappen, das schafft Platz für hohes Ladegut. Flexibilität ist also Trumpf. Einzig störend sind indes die etwas zu kurz geratenen Sitzflächen und Kopfstützengestänge.

Ansonsten gibt der Honda-Kombi im Alltagsbetrieb eine gute Figur ab. Dazu trägt auch das moderne 120 PS-Basisdieselaggregat bei. Der kultivierte Selbstzünder, der durch bereitwillige Gasannahme die Fuhre schnell aus dem Drehzahlkeller bringt, sorgt für solide Fahrleistungen.

Ein Eiltransporter ist der Tourer allerdings nicht. Unter Volllast fahrend wünscht man sich etwa bei Überholmanövern auf der Autobahn bisweilen schon, dass im oberen Drehzahlbereich ein Glutfunke mehr Leistung aufgeht. Auf der anderen Seite lassen sich beim immerhin knapp 1,5 Tonnen schweren Raumstifter durch die Start-Stopp-Automatik sowie den Econschalter an Bord durchwegs moderate Verbrauchswerte erzielen.

Eigenwillig gestaltete Kommandozentrale.
Eigenwillig gestaltete Kommandozentrale.
Wuchtiges Kombi-Heck als Akzent.
Wuchtiges Kombi-Heck als Akzent.

Fakten

Motor/Antrieb: 1,6-l-Vierzylinder-Turbodiesel, 120 PS, 300 Nm/2000 U/min, Sechsgangschaltgetriebe, Vorderradantrieb.

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 10,1 Sek., Spitze: 195 km/h, 3,9 l (103g CO2/km), Testverbrauch: 5, 2 Liter Diesel.

Preis: Grundpreis/Lifestyle: 27.570 Euro, Testauto: 32.500 Euro.