Eine Schlammschlacht mit Stil

Freizeitbegleiter statt reines Arbeitstier: Amarok-Sondermodell für Abenteurer.
vw. Es hat schon seit ein paar Tagen nicht mehr geregnet. Womit die Flussquerung für den VW-Pickup Amarok keine echte Herausforderung ist. Auch das anschließende Schlammbad kann dem Abenteurer nichts anhaben. Es wird später höchstens die Waschanlage an ihre Grenzen bringen. Das Sondermodell Canyon ist hart im Nehmen und macht dabei noch gute Figur. Statt einem Arbeitstier fährt hier ein attraktiver Freizeitbegleiter vor, dem sein orangeroter Lack gut steht. Wie auch der optionale Lampenbügel mit den vier mächtigen Zusatzscheinwerfern am Dach. Die könnte man gut und gerne auch zum Ausleuchten eines Fußballfeldes verwenden. Für die echten Abenteuer im Dunkeln sind sie genau das Richtige, für die Einkaufsfahrt in die nächstgelegene Stadt schon weniger. Mit über zwei Metern Höhe kann schon das Einfahren ins Parkaus zu einem ungewollten Abenteuer werden.
Hochwertiger Pickup
Optisch ist das Sondermodell ganz auf Abenteuer getrimmt. Stylingbar und Heckstoßfänger sind in glänzendem Schwarz gehalten. Die 17-Zoll-Räder machen mächtig Eindruck. Das trifft auch auf den Innenraum zu, wo fünf Personen auf Teilledersitzen Platz nehmen können. Der Amarok Canyon ist geräumig, er wirkt hochwertig und bietet umfangreiche Komfort-Features. Und dennoch: Je länger die Fahrstrecken werden, desto mehr wird einem die Herkunft des Amaroks bewusst: Der Komfort einer klassischen Limousine ist naturgemäß für den Pickup außer Reichweite.
Richtig gut ist allerdings, was unter der Haube arbeitet: der 2-Liter-Selbstzünder leistet 180 PS und sorgt in Kombination mit dem wunderbaren 8-Gang-Automatikgetriebe für besten Vortrieb. Und das auch dann noch, wenn ein Anhänger das Heck ziert. Bis zu 3,2 Tonnen kann der Allradler (Permanent-4×4) ziehen. Und kommt – zumindest unbeladen – mit unter 10 Liter Sprit aus.
Aber auf „Leerfahrten“ sollte man besser verzichten und die Lastesel-Tugenden nutzen. Auf der 2,52 Quadratmeter großen Ladefläche können Europaletten platzsparend quer abgestellt werden – und das auf einem rutschfesten Untergrund. Ein Quad hätte übrigens auch Platz, ganz dem Abenteurer-Image entsprechend.




Fakten
Motor/Antrieb: 2-l-Diesel, 180 PS, 400 Nm; 8-Gang-Automatik; perm. Allradantrieb 4Motion; man. Sperrdifferenzial.
Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 10,9; Spitze 179 km/h; Verbrauch 8,5 l (224 g CO2/km); Testverbrauch: 9,4 l
Preis: ab 44.028 Euro; Testwagen: 52,540 Euro