Großer Elektriker mit Allradantrieb

Mitsubishi verpasst dem Outlander drei Motoren – zwei davon sind E-Aggregate.
Mitsubishi. Was auf den ersten Blick kurios und widersprüchlich erscheint, ist für Mitsubishi Motors ein Hoffnungsträger. Der Outlander PHEV präsentiert sich als weltweit erstes elektrisch angetriebenes Serienmodell mit permanentem Allradantrieb. Dafür, dass auf sanfte, umweltschonende Weise auf vier Rädern etwas vorwärts geht, sorgen zwei Elektromotoren an der Vorder- und Hinterachse. Sie stellen jeweils 82 PS zur Verfügung. Strom aus der Steckdose versorgt die Elektroaggregate. Wir haben’s also mit einem Plug-in-Hybrid zu tun. Im Bedarfsfall, bei höheren Geschwindigkeiten, kommt zusätzlich ein 121 PS starkes Zweiliter-Benzintriebwerk an der Vorderachse zum Einsatz. Daraus resultiert eine beachtliche Systemleistung von 203 PS.
Super für die Umwelt
Die aufwändige Kombination gestattet dem Elektro-Outlander eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Rein elektrisch kann sich der PHEV mit seiner raumsparend im Wagenboden sitzenden 12-kWh-Lithium-Ionen-Batterie an die 50 Kilometer weit bewegen. Super für die Umwelt. Falls der Stromspeicher erschöpft ist, holen sich die E-Motoren den Strom aus dem Benzinaggregat, das solchermaßen als Kraftquelle des Generators und ,,Range Extender“ funktioniert. Strom-Überschuss kommt der Batterie zugute.
Ist Höchstleistung gefordert, kann der Benziner im Teamwork mit den E-Aggregaten die Vorderachse auch direkt antreiben. Es ist also für alle Fälle gesorgt in diesem komplexen High-tech-System, das einen Normverbrauch von phantastischen 1,9 Litern für das 1885 schwere SUV verheißt, was einem Mini-Ausstoß von knapp 50 Gramm CO2/km entspricht.
Das sind allerdings rein theoretische Werte, im Messzyklus für E-Autos erzielt. Im grauen Auto-Alltag dürfte der Verbrauch je nach Fahrweise und Streckenbeschaffenheit zwischen vier und sechs Litern liegen. Der Einstiegspreis liege bei ,,sehr deutlich unter 50.000 Euro“, ist aber noch nicht endgültig durchkalkuliert, heißt es bei Mitsubishi.
Einfluss auf das Verhalten des komplexen Systems ergibt sich mannigfach, vor allem über zwei Tasten im Cockpit: Charge aktiviert den Benzinmotor zum Laden, Save lässt den Verbrenner zum Erhalt des Akku-Füllstandes mitlaufen. Das übrige Wechselspiel zwischen den diversen Modi übernimmt die Systemsteuerung selbstständig. Die Insassen bekommen eher wenig mit vom Leben unter der Haube.
Die Person am Steuer hingegen hat auch lobenswerten Einfluss auf die Stärke der Rekuperation, die Erzeugung von Strom durch die Rückgewinnung von Bremsenergie. Sie lässt sich über die schicken Lenkrad-Schaltpaddel aus Magnesium regeln. Im Stop-and-go-Verkehr kommt der fesche, geräumige Elektro-Outlander beinahe ganz ohne die konventionelle Bremse aus. Überland ,,segelt“ er schwungvoll und verbrauchssparend dahin. Kombinierte Reichweite: 827 km.


Fakten
Mitsubishi Outlander PHEV:
» Motoren: zwei Elektromotoren, je 60 kW/82 PS, vorne 137, hinten 195 Nm, ergänzend ein Zweiliter-Vierzylinder-Benzinmotor, 121 PS, Systemleistung 203 PS
» Verbrauch: Bestfall 1,9 Liter/100 km
» Preis: noch nicht feststehend, ,,sehr deutlich unter 50.000 Euro“
» Markeinführung: Mitte Mai