Im Hochsitz Überlegenheit erleben

Motor / 24.01.2014 • 11:54 Uhr
Wirkt in der dritten Generation noch kraftvoller: Der neue X5 von BMW hat sich längst zum Bestseller entwickelt. Fotos: vn/Steurer
Wirkt in der dritten Generation noch kraftvoller: Der neue X5 von BMW hat sich längst zum Bestseller entwickelt. Fotos: vn/Steurer

Dritte Generation des BMW X5 – reife Leistung im anspruchsvollen Premium-Segment.

BMW. Mit dem BMW X5 haben die Bayern 1999 ein neues Segment erfunden. Statt SUV (Sports Utility Vehicle) sollte der X5 ein SAV (Sports Activity Vehicle) sein. Aktiver als der Mitbewerb, sportlicher und eben die BMW-typische Freude am Fahren wollte er vermitteln und tat dies so erfolgreich, dass bis heute 1,3 Millionen Expemplare abgesetzt wurden. Damit ist er „im eigenen Segment“ auch Weltmarktführer – wie der Hersteller gerne erwähnt.

Viel Marketing-Lärm für ein Fahrzeug, das auch optisch ganz auf Zurückhaltung verzichtet. Das trifft auf die jüngst in den Markt eingeführte dritte Generation mehr zu denn je. So hat der deutsche Premium-Hersteller am Design zwar nur dezent Hand angelegt. Die optische Weiterentwicklung lässt den X5 aber noch einen Tick kraftvoller wirken – ein wahrhaft großer Auftritt. Größe ist auch von Vorteil, wenn man in den mächtigen BMW einsteigen will. Auf den Hochsitz zu gelangen, gleicht einer Kletterpartie. Dort angekommen, genießt man einen erhabenen Überblick auf alles, was da sonst so im Straßenverkehr keucht und fleucht. Die Überlegenheit dieses automobilen Riesen mit knapp fünf Metern Länge, zwei Metern Breite und deutlich über zwei Tonnen Gewicht ist beeindruckend. Von Bescheidenheit keine Spur. Auch nicht im aufgeräumten, edlen Cockpit, das in Sachen Bedienerfreundlichkeit Maßstäbe setzt. Trotz umfangreicher Ausstattung mit unzähligen Features sind selbst wenig technisch affine Menschen in der Lage, diese auch zu nutzen. Das muss den Bayern erst mal wer nachmachen.

Eine gute Kopievorlage für den Mitbewerb ist auch das Sechszylinder-Reihen-Aggregat, das den Motorraum gut füllt. Der Selbstzünder leistet aus drei Litern Hubraum satte 258 PS und schiebt das Schwergewicht standesgemäß an: 6,9 Sekunden auf Tempo 100, Spitze bei 230 km/h. Und dabei verbraucht der X5 nur 6,2 Liter (Test 7,5 Liter) Sprit.

Prima ist auch der serienmäßige Fahrerlebnisschalter, der ganz nach Wunsch die Handling-Eigenschaften wählen lässt. Das hecklastige Allradsystem xDrive sorgt zudem für Traktion, ohne ein Spaßverderber zu sein.

Viele Gründe, die für eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte sprechen. Auch wenn ein gut ausgestatteter X5 wie im Test knapp 100.000 Euro kostet.

Positiv: Exzellentes Aggregat, tolle 8-Gang-Automatik und prima hecklastiges Allradsystem.
Positiv: Exzellentes Aggregat, tolle 8-Gang-Automatik und prima hecklastiges Allradsystem.
Heckklappe öffnet nun serienmäßig elektrisch.
Heckklappe öffnet nun serienmäßig elektrisch.
Negativ: Nicht einsteigen, sondern reinklettern: Kleine und Ältere tun sich beim Einsteigen bisweilen schwer.
Negativ: Nicht einsteigen, sondern reinklettern: Kleine und Ältere tun sich beim Einsteigen bisweilen schwer.
Viele Funktionen übersichtlich präsentiert.
Viele Funktionen übersichtlich präsentiert.

Fakten

» Motor/Antrieb: 3-Liter Hubraum, 6-Zylinder-Diesel; 258 PS; 560 Nm Drehmoment, Allradantrieb, 8-Gang-Automatik

» Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 6,9 Sekunden, Spitze 230 km/h, Verbrauch 6,2 Liter (162 g CO2/km); Testverbrauch: 7,5 Liter

» Preis: ab 59.950 (mit xDrive); Testwagen: 98.041 Euro