Newcomer und alte Hasen tanzen auf Schnee und Eis

Motor / 29.11.2013 • 10:57 Uhr
Erstmals bei der Wintersaison-Eröffnung auf dem Gletscher dabei: der Mini Paceman ALL4.
Erstmals bei der Wintersaison-Eröffnung auf dem Gletscher dabei: der Mini Paceman ALL4.

Das bayerische 4×4-An-triebs-Angebot ist um BMW-Einsteiger- und Mini-Modelle erweitert.

BMW, Mini. Jahr für Jahr bitten die Bayern am Beginn der Wintersaison zum Rendez-vous in den Schnee, um die Talente der hauseigenen Allradantriebs-Systeme zu testen. Traditioneller Schauplatz ist der Gletscher in Sölden im Ötztal. Der bot heuer alles auf, was zu einem zünftigen Winter-Fahrtraining gehört: reichlich frischen Schnee auf blankem Eis und Temperaturen rund um den Minus-20-Grad-Bereich. BMW hatte den kürzlich frisch gemachten X5 sowie zwei neue 4×4-, sprich xDrive-Einsteiger-Modelle mitgebracht – den 118d und den 318d – und erstmals auch zwei Allrad-, sprich ALL4-Kandidaten der Tochtermarke Mini: den Countryman und den Paceman.

Während der X5, wenn er auch gerade seine neue Generation angetreten hat, ja schon ein alter Allrad-Hase ist, sind die Minis noch relative Newcomer. Erst seit 2010, mit der Markteinführung des Countryman, ist deren Antriebsportfolio um ein 4×4-System ergänzt. Entsprechend der gegensätzlichen Antriebsphilosophien – BMW ist gleich Heckantrieb, Mini ist gleich Frontantrieb – sind die technischen Lösungen unterschiedlich. Beim heckbetont ausgelegten xDrive agiert eine elektronisch gesteuerte, via Elektromotor betätigte Lamellenkupplung, die im Bedarfsfall Antriebskraft von der Hinterachse aus auch der Vorderachse zuteilt. Bis zu einer 50:50-Prozent-Drehmomentverteilung. Im Regelfall. Sollten jedoch die Hinterräder auf blankem Eis komplett durchdrehen, können es auch an die 100 Prozent sein.

Beim ALL4 hingegen werden auf trockener Fahrbahn stets die Vorderräder angetrieben. Hier sorgt bei drohendem Schlupf eine elektromagnetisch gesteuerte Kupplung für eine Übertragung der Antriebskräfte von der Vorderachse aus auch an die Hinterräder. Bis zu 50 Prozent. Oder, wie beim xDrive, im Extremfall ebenfalls bis zu an die 100 Prozent.

Mini überzeugt im Schnee

Auf einem Handling- sowie einem Fahrtechnik-Parcours und auf weder geräumter noch gestreuter Bergstraßen-Schneefahrbahn konnten die Unterschiede zwischen dem xDrive- und dem ALL4-System anschaulich und gefühlsecht erfahren werden. Hier spielen sowohl der X5 als auch der kleine (118d) und der kompakte (318d) Bayer ihre ausgewogene Achslastverteilung – 50 zu 50 Prozent – gewohnt souverän aus. Die dem Namen nach englischen Fronttriebler – sowohl der Countryman als auch der Paceman werden in Österreich gebaut – machen ebenso überzeugende Figur. Wohl lasten hier 60 Prozent des Gewichts auf der Vorderachse, doch spielen die Minis ihre go-kart-artige Agilität sowie Wendigkeit auch samt Allradantrieb und im Schnee sowie auf Eis genauso fahrspaß-fördernd aus wie auf Asphalt.

Eine Bestätigung für die Bayern, ihren hohen Allrad-Anteil weiter ausbauen zu können. Bei BMW sind das aktuell 55,4 Prozent. Bei Mini entscheiden sich 43 Prozent der Countryman- und 67 Prozent der Paceman-Käufer für 4×4-Antrieb.

xDrive für den Benjamin mit 2,0-Diesel: BMW 118d.
xDrive für den Benjamin mit 2,0-Diesel: BMW 118d.
Frisch aktualisiert und schon im Schnee: BMW X5.
Frisch aktualisiert und schon im Schnee: BMW X5.