Na bitte, klappt doch prima!

Opels Mittelklasse-Cabrio Cascada gibt den rundum komfortablen Open-Air-Gleiter.
opel. Aus dem Schattenfeld herausfahren und auf dem Automarkt endlich wieder einen Platz an der Sonne einnehmen. Für dieses ehrgeizige Ziel strampeln sie sich bei Opel seit geraumer Zeit ordentlich ab. Durchaus mit Erfolg. Frische Modelle haben die Aufmerksamkeit für die Marke mit dem Blitz neu geweckt. Gleichsam als Appetithappen für Frischluftfans haben die Rüsselsheimer inzwischen auch ein schickes Mittelklasse-Cabrio im Angebot, mit dem das Image weiter beschleunigt werden soll.
Der Cascada, ein Luftikus mit Stoffkapuze, will nicht nur Frauenversteher sein, sondern auch Männer begeistern, die sowohl ein Faible für sportlich-elegantes Design als auch einen unverfälschten, nach oben offenen Fahrspaß haben. Und so wie das offenherzige Opel-Modell auftritt und aussieht, dürfte es tatsächlich zu einem Objekt der Begierde für jene werden, die gerne Wind im Haar spüren – ohne Bammel vor leichter Zugluft im Nacken. So gesehen, konnten wir im VN-Test mit dem Cascada im Spätherbst zumindest noch einige schöne Tage genießen.
Der Check vor dem Start fällt schon einmal günstig aus. Der Innenraum der mit allerlei Extras ausgestatteten „Cosmo“-Version lässt ein spontanes Wohlgefühl aufkommen. Elektrisch wird einem der Gurt gereicht, die Sport-Leder-Sessel sind besonders rückenfreundlich und das Stoffverdeck ist mit ganzjahrestauglicher Dämmung versehen. Das Softtop des Oben-ohne-Opels, per Fernbedienung oder einen kleinen Chromgriff zwischen den Vordersitzen aktivierbar, öffnet sich binnen 17 Sekunden, und das bis zu 50 km/h.
Ist das mehrlagige Stoffverdeck im wuchtigen Cascada-Heck versenkt, bleiben im Kofferraum immerhin noch 280 Liter Stauraum übrig; zwei prall gefüllte Reisetaschen passen da allemal hinein. Kleine Störfaktoren sind indes die hohe Ladekante und die schmal geratene Ladeluke. Nichts zu meckern gibt’s hingegen über die im durchaus geräumigen Viersitzer-Cabrio verbauten Assistenzsysteme und Komfortfeatures. Von Navi samt Rückfahrkamera über Abstands- sowie Toter-Winkel-Warner und Spurhalteassistent bis hin zu Sitz-/Lenkradheizung, Sitzventilation oder dem Sportfahrwerk inklusive elektrischer Dämpferregelung ist alles an Bord, was das Autofahrerleben angenehm und sicher macht.
Gleiten statt hetzen
Bei Ausfahrten mit dem Cascada merkt man schnell, dass der 140-PS-Benziner-Typ, der uns zur Verfügung stand, nicht der volle Temperamentsbolzen ist. Der Wagen, mit 1,7 Tonnen Gewicht nicht eben ein Leichtgewicht, wird am liebsten im Einklang mit dem Rhythmus der Straße bewegt. Das Fahrwerk ist dabei allen Eventualitäten gewachsen. In kommod-komfortabler Fahrweise für die Reize der Landschaft rundum noch einen Blick zu haben, das hat dann schon was.




Fakten
» Motor/Antrieb: Vierzylinder-Turbobenziner, 140 PS, 200 Nm/1850 bis 4900 U/min, Vorderradantrieb, Start-/Stopp-Funktion, Sechsganggetriebe
» Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 10,9 Sek., Spitze: 207 km/h, 6,3 l (148 g CO2/km), Test: 7,9 l
» Preis: 29.990 Euro, Testwagen: 39.630 Euro.