Mit Spannung darauf gewartet

Der VW-Konzern macht Ernst. Anfang 2014 kommt das erste Elektroauto.
VW. Klein, wendig und optisch nichts Neues: Dennoch ist dieser VW up! eines der spannendsten Autos des Jahres. Mit dem e-up! startet der VW-Konzern ins Elektro-Zeitalter. Auf den ersten kleinen Stromer aus Wolfsburg haben alle mit Spannung gewartet. Anfang 2014 kommt er auf die Straßen. Die VN sind ihn bereits jetzt im Wiener Stadtverkehr gefahren. Der erste Eindruck: kein Durchbruch, aber ein echter Fortschritt. Der e-up! macht seine Sache gut.
Keine Kompromisse
VW hat den schicken Stadtwagen von Beginn an für verschiedene Antriebformen entwickelt. Elektrischer Vortrieb war von der ersten Skizze an Thema. Damit ist auch klar: Die Strom-Version des kleinen up! fährt ohne Einschränkungen beim Platzangebot vor. Das ist wichtig. Schließlich zählt bei den ohnedies kompakten Abmessungen jeder Millimeter. So findet die 230 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Batterie (18,7 kWh) im Unterboden zwischen den beiden Achsen des Kleinwagens Platz.
Die Batterie versorgt den 60-kW-E-Motor (82 PS) mit Energie. Im Bestfall reicht das für 160 Kilometer. Realistische Angaben, so erste Testeindrücke. Aber – und daran kann auch der VW-Konzern nichts ändern – die Batterienentwicklung kommt nur langsam voran. Ein Durchbruch ist nicht in Sicht.
Und dennoch ist das erste E-Auto der Deutschen ein Fortschritt. Denn nicht, dass es 160 Kilometer fährt, sondern wie es das tut, beeindruckt. Erfrischend spritzig fährt der e-up! an. 0 auf 60 km/h in nur 4,9 Sekunden, die Hunderter-Marke ist nach 12,4 Sekunden erreicht. Leichtbeinig bewegt sich der Kleinwagen durch den Stadtverkehr – eine wahre Freude. Ganz ehrlich: Kein Benziner könnte das besser. Die Spitze erreicht der Stromer bei 130 km/h. Mehr geht in Österreich ohnedies nicht.
Praktischer Fünftürer
Und sonst? Alles wie bei den herkömmlichen up!-Versionen auch. Als Fünftürer bietet er einen bequemen Zustieg in den Fond, wo es naturgemäß etwas eng zu- und hergeht.
Nach 160 Kilometer endet freilich der Fahrspaß, dann ist die Batterie leer. Oder schon etwas früher. Verschiedene Fahrmodi von Normal bis Eco und Eco+ lassen dem Fahrer die Wahl. Komfortverzicht (Leistung, Klimaanlage, Heizung) bringt eine bessere Reichweite. Meist braucht es dies allerdings gar nicht. Schließlich legt ein durchschnittlicher Autofahrer in Österreich täglich maximal 50 Kilometer zurück.
Umfangreich sind die Möglichkeiten, Strom zu tanken. An der häuslichen Steckdose (9 Stunden), der Wallbox (6 Stunden) oder an Schnellladestellen (80 Prozent in 30 Minuten) lässt sich die Batterie, auf die es acht Jahre Herstellergarantie gibt, beladen. Und was das kostet: dank geringstem Verbrauch im Segment von 11,7 kWh nur rund 2,30 Euro pro 100 Kilometer. Bleibt der Kaufpreis: der liegt bei 25.350 Euro.


Fakten
VW e-up!
» Motor/Antrieb: Permanentmagneterregte Synchronmaschine, 60 KW (82 PS), 210 Nm Drehmoment, 1-Gang-Getriebe, Frontantrieb
» Batterie/Fahrleistung: Lithium-Ionenbatterie (18,7 kWh), 0 auf
100 in 12,4; Spitze 130 km/h
» Preis: 25.350 Euro (ab 15. Jänner)