Toyotas Familienkutsche –Liebe auf den zweiten Blick

Motor / 01.08.2013 • 15:57 Uhr
Der Verso bietet viel Platz und ein ansprechendes Äußeres. Fotos: VN/Steurer
Der Verso bietet viel Platz und ein ansprechendes Äußeres. Fotos: VN/Steurer

Familienautos müssen weder mau noch müde wirken, findet Toyota. Und baut den Verso.

Toyota. Gründlich renoviert – immerhin wurden laut Werk 470 Teile erneuert – rollt der Toyota Verso seit Frühsommer 2013 durch die Straßen. Wurde in der Front auf den „Auris“ der zweiten Generation hingetrimmt. Und straft so zunächst einmal all jene Lügen, die wie Roger Cicero immer noch glauben, Familienkutsche statt Roadster, das sei schlichtweg „nicht artgerecht“. Haben Sie dem 1,8 Valvematic mit 147 PS schon einmal die Sporen gegeben? Sehen Sie. Dann haben Sie sicher auch das perplexe Mienenspiel im flaum-bewachsenen Gesicht des Cabriofahrers in Erinnerung, der eben noch neben Ihnen stand.

Nein, ob Zwei-Liter-Diesel mit 124 PS oder eben Benziner – der neue Verso ist alles andere als eine lahme Ente. Drehfreudig da wie dort, und auch das dem Fahrer zugewandte Cockpit mit zwei großen, zylindrischen Gehäusen für Tacho und Drehzahlmesser ist nicht dazu angetan, in großväterlichen Fahrstil zu verfallen. „Keen“ nennen die Gestalter im europäischen Designzentrum von Toyota nahe Nizza das neue Auftreten des Verso, also „begeisternd“ oder auch „verwegen“.

Richtig viel Platz

Jetzt wollen wir mal nicht übertreiben. Schön ist er, aber was kann er sonst noch? Die fünfsitzige Variante im Test war räumlich ein Vergnügen. Man sitzt hinten auch zu dritt sehr bequem. Die Vielzahl an Ablagen und das zweigeteilte, gekühlte Handschuhfach machen das Reisen angenehm. Das Gepäckvolumen von 480 Liter erhöht sich bei umgeklappten Sitzen auf 1740 Liter. Den Innenraum erhellt zudem ein Panoramadach, das sich über die hinteren Sitzreihen zieht.

Also ab ins Cockpit: Die Bedienungselemente an Lenkrad und Armaturenbrett sind so einfach wie möglich gestaltet. Die Handhabung erhellt sich auch Menschen mit weniger technischem Verstand und mehr Sinn fürs Gute und Schöne. Das Navigationsgerät, Radio, Mediacenter – geht alles via Touchscreen. Auch hier klappte die Bedienung reibungslos. Wie bei mittlerweile fast allen Automodellen, die etwas auf sich halten, verleitet die Vielzahl der Möglichkeiten aber zum spielerischen Gebrauch. Das sollte man während der Fahrt wirklich bleiben lassen.

Stichwort Fahrt: Der neue Verso verfügt über eine ausgezeichnete Straßanlage. 40 Prozent der 470 Verbesserungen betrafen ja die Fahrdynamik und die Antriebe. Gut gelungen ist dabei vor allem die Abstimmung der Vorder- und Hinterachse, die auch auf schlechten Straßen einen guten Kompromiss aus präziser Straßenlage und Komfort bieten. Und leise ist er außerdem. Auch wenn der Verso in manchen Details – Plastikorgien im Innenraum – etwas bieder daherkommt, verheißt er Liebe auf den zweiten Blick. Die hält bekanntlich. ##Thomas Matt##

Positiv: Der Verso zählt zu den dynamischen Familienautos, die Platz und Fahrspaß vereinen.
Positiv: Der Verso zählt zu den dynamischen Familienautos, die Platz und Fahrspaß vereinen.
Das Panoramadach gewährt spektakuläre Ausblicke.
Das Panoramadach gewährt spektakuläre Ausblicke.
Platz (fast) ohne Ende verheißt der Kofferraum.
Platz (fast) ohne Ende verheißt der Kofferraum.
Negativ: Das viele Plastik im Innenraum wirkt etwas billig, aber irgendwo muss der vernünftige Preis ja herkommen.
Negativ: Das viele Plastik im Innenraum wirkt etwas billig, aber irgendwo muss der vernünftige Preis ja herkommen.

Fakten

» Motor/Antrieb: 4-Zylinder, Benzin, 4 Ventile/Zylinder, stufenloses CVT-Getriebe, Hubraum: 1798 ccm

» Fahrleistung/Verbrauch: PS/kW: 147/108, maximales Drehmoment:180 Nm bei 4000 U/min, Spitze 185 km/h, 0–100 in 11,1 Sekunden, Verbrauch 6,8 l/100 km 159 g/km CO², Test: 8,7 l/100 km

» Preis: 27.600 Euro