Veloster: Anstiftung zur Sportlichkeit

Motor / 26.07.2013 • 12:40 Uhr
Individualität im automobilen Alltag: Hyundais kompaktes Sportcoupé Veloster tritt auf in provokanter Manier. Fotos: vn/steurer
Individualität im automobilen Alltag: Hyundais kompaktes Sportcoupé Veloster tritt auf in provokanter Manier. Fotos: vn/steurer

So richtig wuchtig ist des Velosters Kraft, nachdem er jetzt auch mit Turbo schafft.

Hyundai. Wie es sich für einen ehrgeizigen Kompakt-Sport-Typen mit „Oho“-Effekt gehört, pflegt der nur 4,25 Meter lange Veloster den auffälligen Auftritt: ein aufreizend ausgeformtes Blechkleid von vorne bis hinten, mit wuchtiger Front und knackigem Heck. Eigenwillig ist auch das Türkonzept des koreanischen Sportcoupés. So verfügt der Viersitzer links über eine Tür und rechts – auf der Beifahrerseite – über zwei Türen, wodurch ein leichter Einstieg in den Fond ermöglicht werden soll. Dazu über die 18-Zoll-Alus hinaus zwei – vielleicht etwas zu prollig geratene – großkalibrige Auspuffrohre.

Kein Zweifel: Da macht einer richtig auf dicke Hose. So nach dem Motto: Seht her, ich hab’s drauf!

Bislang war der optische Muntermacher indes eher ein vergleichsweise müder Geselle, was Temperament und Leidenschaft im Alltagsbetrieb angeht. Allzu brav und drucklos tritt die 140-PS-Version mit dem Vierzylinder-Saugmotor auf. Seit geraumer Zeit spendiert Hyundai dem ambitionierten Jungdynamiker aber auch einen Vierzylinderturbo. Dass der Veloster dadurch tatsächlich in eine gewisse Sturm- und Drangmanier verfällt, konnten wir im VN-Test mit dem neuen 186-PS-Kraftwerk unter der Haube gleichsam er-fahren. Wer will und wer es fürs Ego vielleicht bisweilen braucht, kann mit dem aufgeladenen Veloster gleichsam in die Vollen gehen. Das kräftige Triebwerk lässt die forcierte Gangart zu. Stets nach höheren Touren lechzend, geht es mit dem Turboaggregat aber auch flott aus dem Drehzahlkeller heraus.

Landstraßen als Lustmeile

In unserem Fall gebändigt von einer kurzgestuften, zuweilen hakeligen Sechsgang-Handschaltung – als Alternative gibt’s auch eine Wandlerautomatik – zerrt der Turbo-Veloster mit maximal 265 Nm am Asphalt. So werden auch kurvige Landstraßen zur Lustmeile. Im Bedarfsfall ist auch auf die Bremsen Verlass. Die Stopper verlangen zwar nach einem beherzten Tritt, was den Temperamentsbolzen wimmern lässt, aber dann wird kräftig verzögert.

Dem Sportcoupé-Charakter verpflichtet, schränkt Hyundai den Federungskomfort beim Fahrspaß-Veloster deutlich zugunsten einer sicheren Straßenlage ein. Die straffe Auslegung des Fahrwerks bekommen denn auch Mitfahrer mit sensibler Wirbelsäule hart zu spüren, wenn es über gröbere Fahrbahnunebenheiten hinweggeht.

Gleichsam als Entschädigung gibt es beim Veloster-Topmodell ein Komfort- und Sicherheitspackage, das in Anbetracht des vergleichsweise zivilen Fahrzeugpreises aller Ehren wert ist.

Innenraum mit sportiven Akzenten.
Innenraum mit sportiven Akzenten.
Gewagte Verpackung: sehr eigenwilliges Heck.
Gewagte Verpackung: sehr eigenwilliges Heck.
Negativ: dünner Auspuffsound, Traktionsschwäche bei Nässe
Negativ: dünner Auspuffsound, Traktionsschwäche bei Nässe
Positiv: üppige Ausstattung von Ledersitzen über Klimaautomatik bis Navi-System, praktisches Ladeabteil
Positiv: üppige Ausstattung von Ledersitzen über Klimaautomatik bis Navi-System, praktisches Ladeabteil

Fakten

» Motor/Antrieb: 4-Zylinder-Turbobenziner, Frontantrieb, 6-Gang-schaltung, 186 PS, 265 Nm/1500 bis 4500 U/min.

» Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 8,4 Sek., Spitze: 214 km/h, EU-Norm: 6,9 l, Testverbrauch: 8,5 l.

» Preis: Grundpreis 27.990 Euro, Testwagen 29.630 Euro.