Ein hübsch verpackter VW Käfer

VW Karmann Ghia: Käfer-Technik im Sportgewand.
VW. (VN-mig) Der Motor sitzt im Heck. 1,6 Liter Hubraum, 50 PS stark: das kleine Aggregat treibt den bei Karmann in Osnabrück gebauten Volkswagen die Passstraße hinauf. 21 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 und eine Spitze von 140 Stundenkilometer waren selbst zu seiner Zeit Anfang der 70er-Jahre keine Spitzenleistung. Als „Hausfrauen-Porsche“ wurde der fesche Sportwagen mit der Käfer-Technik abwertend betitelt.
Knapp 40 Jahre nach Produktionsende sind die VN den Karmann Ghia Typ 14 gefahren. Der Härtetest führt über die Silvretta-Hochalpenstraße auf die Bielerhöhe. Geschmeidige Gangwechsel, ordentliche Straßenlage – ist der Karmann Ghia einmal in Schwung, fährt er prima. 106 Nm Drehmoment begrenzen den Fahrspaß allerdings naturgemäß. Dafür ist er ein echter Hingucker. Das fachkundige Publikum am Straßenrand beschenkt den Oldtimer aus dem VW-Museum mit Beifall. Den hat er sich auch verdient.
Die erste Ausfahrt nach 39 Museums-Jahren: Kurz vor der Passhöhe muss der Karmann Ghia eine „Verschnaufpause“ einlegen. Die simple Technik lässt sich mit Geschick rasch reparieren, und schon kann es weitergehen. Den Berg hinunter – das schont das Motörchen, fordert aber die Bremsen.
Kaum ein halbes Dutzend Knöpfe und Schalter machen die Bedieung deppeneinfach. Und die fehlende Servolenkung ist nach den ersten Kilometern vergessen.
Faszination Oldtimer
Nach knapp 100 Kilometern wartet die Zielflagge. Geschafft. Umsteigen in ein modernes Auto mit allen Annehmlichkeiten. Was vermisst im Karmann Ghia? Die Klimaanlage mit den steigenden Temperaturen, sonst eigentlich nichts. Oldtimer üben eine Faszination aus, selbst wenn unter der Haube nur 50 PS schlummern.


Fakten
» Motor/Antrieb: 4-Zylinder-Boxermotor, 1,6 Liter Hubraum, 50 PS, 106 Nm Drehmoment, Heckantrieb
» Fahrleistung: 0 auf 100 in 21 Sekunden, Spitze 140 km/h
» Fahrzeug-Fakten: Gebaut zwischen 1955 und 1974, gesamt 443.466 Exemplare