Der koreanische Vorstoß

Motor / 09.11.2012 • 14:55 Uhr
Steht satt da und sieht dabei gut aus: Der 4,69-Meter-SUV Santa Fe in dritter Generation hat mächtig Boden gutgemacht. Fotos: vn/hartinger
Steht satt da und sieht dabei gut aus: Der 4,69-Meter-SUV Santa Fe in dritter Generation hat mächtig Boden gutgemacht. Fotos: vn/hartinger

Hyundai schickt den Mittelklasse-SUV Santa Fe mit geschärftem Profil auf die Piste.

hyundai. Im gezielten Streben nach Höherem – Einzug ins Premium-Segment – will Hyundai künftig kräftig Flagge zeigen. Den Weg dorthin soll den Koreanern mitentscheidend ihr mittelgroßer Brummer, der Santa Fe, ebnen. Was da für die dritte Generation des Mittelklasse-Allrounders auf die Räder gestellt wurde, fährt den europäischen Konkurrenz-SUV schon ganz dicht auf. Nichts erinnert mehr an den staksigen Vorgänger. Der neue sportlich-schicke Anzug, der dem Santa Fe verpasst wurde, steht ihm gut.

Hyundai hat sich ungemein angestrengt, die Wertigkeit zu steigern – auch im Innenraum wirkt nun alles modern und sorgsam gepflegt. Zudem ist in der von uns gefahrenen noblen „Style“-Ausstattungslinie mit optionaler Sonderausrüstung neben allen erdenklichen Assistenz- und Sicherheitssystemen auch das ausreichend mit an Bord, was das Autofahrerleben angenehm macht – vom Navi inklusive Rückfahrkamera über Ledersitze und Komfort-Klimaautomatik bis hin zum Panoramaschiebedach. Das lässt sich Hyundai inzwischen aber auch kräftig bezahlen. Der Korea-SUV ist da fraglos in die Premium-Preis-Region vorgerückt.

Im Fahrbetrieb zeigt sich schnell, dass der SUV im modischen Offroad-Look eher attraktiver Begleiter für Jung und jung gebliebene Freizeit-aktivisten mit Familiensinn sein will, denn ehrgeiziger Klettermax. Sein bevorzugtes Terrain bleiben Asphaltpisten, weniger tief durchfurchte Alppfade. Dagegen spricht schon die Bodenfreiheit von lediglich 18,5 Zentimeter. Auf Holperwegen kommt der Santa Fe im Allradbetrieb indes prima voran. Dabei ist er kein harter Bock, die meisten Unebenheiten werden gut abgefedert.

Mit dem 197 PS starken 2,2-Liter-Dieselaggregat ist der 1,9-Tonner im Normalfall sehr ordentlich motorisiert. Allerdings müht sich der kultivierte Selbstzünder in Kombination mit der 6-Stufen-Automatik unter Leistungsdruck bei voller Zuladung schon ziemlich ab, da wünscht man sich bisweilen schon mehr Feuer im Kamin.

Negativ: Qualitäten des kultivierten Diesel erschließen sich einem erst mit Verzögerung, indifferente Lenkung
Negativ: Qualitäten des kultivierten Diesel erschließen sich einem erst mit Verzögerung, indifferente Lenkung
Positiv: Verarbeitung, Materialauswahl und Cockpitdesign auf hohem Niveau, großzügiges Platzangebot vorne und hinten.
Positiv: Verarbeitung, Materialauswahl und Cockpitdesign auf hohem Niveau, großzügiges Platzangebot vorne und hinten.
Mit bis zu 1680 Liter Stauvolumen packt er ordentlich was weg.
Mit bis zu 1680 Liter Stauvolumen packt er ordentlich was weg.
Das Cockpit: klares Armaturendesign, intuitive Bedienung.
Das Cockpit: klares Armaturendesign, intuitive Bedienung.

Fakten

» Motor/Antrieb: 2,2-l-Vierzylinder-Turbodiesel, Allradantrieb, 6-Stufen-Automatik, 197 PS, 436 Nm/1800-2500 U/min

» Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 10,1 Sek., Spitze 190 km/h, 6,8 l (178 g CO2/km, Test: 9,1 l

» Preis: Grundpreis: 44.990 Euro, Testfahrzeug: 51.680 Euro