Anders als seine Artgenossen

Motor / 09.11.2012 • 14:58 Uhr
Im Beinamen steckt seine Bestimmung: Der Jaguar XF soll als Sportbrake genauso dynamisch sein wie als Limousine.  Fotos: Werk
Im Beinamen steckt seine Bestimmung: Der Jaguar XF soll als Sportbrake genauso dynamisch sein wie als Limousine. Fotos: Werk

Jaguar dehnte dem XF den Rücken. Als Kombi kann er auch Kühl-schränke einpacken.

Jaguar. Katzen sind keine Lasttiere. Das liegt nicht in ihrer Natur. Es entspricht auch prinzipiell nicht der Tradition der englischen Nobel-Schmiede Jaguar, Lade-Modelle zu bauen. Oder vielmehr: es entsprach. Denn die Ansprüche haben sich geändert. Damit sind Tabu-Brüche unausweichlich, wie Diesel- und Vierzylinder-Motoren zu implantieren oder eine klassische Design-Linie zu verlassen oder: einen Kombi zu bauen. Einen mit dem Charakter eines „echten Jag“, wozu unter anderem auch Heckantrieb gehört.

Ein „echter“ Jaguar

Dass der XF ein echter Jaguar ist, das beweist er seit 2008. Dass er auch als Kombi, genannt Sportbrake, eine echte englische Großkatze ist, diesen Beweis tritt er jetzt an. Dafür haben ihm die Designer eine Heck-Erweiterung ab der B-Säule auf den Leib geschneidert. Dabei haben sie den Schwung der Seitenlinie beibehalten und den breiteren und höheren Rücken mit schwarz lackierten D-Säulen sowie einer Chromleiste auf der Heckklappe optisch schlank strukturiert. Die Basis-Maße der Limousine wurden nicht angetastet, der Radstand blieb gleich. Die Gesamtlänge legte um marginale fünf mm zu (auf 4,966 Meter).

Respektables Platzangebot

Das beschert den Fond-Passagieren – sie können zu dritt auf der 40:60 teilbaren Rückbank Platz nehmen – mehr Kopffreiheit und dem Gepäck respektablen Raum: 550 l sind es in der Basis-Konfiguration. Faltet man via Zughebel die Fond-Lehnen in den Boden, bildet sich eine Ebene, die man mit bis zu 1675 l Ladegut beladen kann. Das darf bis zu 1970 mm lang und bis zu 1064 mm breit sein. Um nicht immer nur das (sportliche) Golftaschen-Maß zu bemühen, demonstrierten die Jaguar-Entwickler die (praktische) Aufnahmefähigkeit anhand eines großen 50-kg-Kühlschranks.

Damit der Lade-Jag trotz dicker Transportgut-Brocken seine fahrdynamischen Eigenschaften behält, wählten die Engländer einerseits starke Antriebe – drei Optionen stehen zum Marktstart zur Auswahl: ein mehr als ausreichend starker 2.2-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 200 PS (450 Nm) sowie ein Dreiliter-V6-Diesel in zwei Leistungsstufen, mit geschmeidigen 240 (500 Nm) und mächtigen 275 PS (600 Nm) –, andererseits adaptierten sie das Fahrwerk: An der Hinterachse ist selbst nivellierende Luftfederung serienmäßig. Die automatische Niveau-regulierung sorgt dafür, dass sich die Katze bei voller Beladung nicht auf die Hinterbeine stellt. Und das tut sie auch nicht, wie auf einer kleinen, dafür umso winkeligeren Rennstrecke in der Praxis erfahren. Selbst mit besagtem Kühlschrank behält der Sportbrake stets souverän seine feine, dynamische Contenance.

Fein bis ins kleinste Detail

Fein ist der Brite insgesamt bis ins kleinste Detail: Dank Zuzieh-Automatik macht’s beim Einrasten der Heckklappe ins Schloss bloß ein dezentes „Klick“ – ob mit oder ohne elektrischer Öffnungs-/Schließfunktion. Es stünde ihm ja wirklich nicht zu Gesicht, wenn es „Wamm“ oder „Peng“ machte.

Platz für 550 bis 1675 Liter Ladegut.
Platz für 550 bis 1675 Liter Ladegut.
Cockpit ist bei Limousine und Kombi gleich.
Cockpit ist bei Limousine und Kombi gleich.

Fakten

Jaguar XF Sportbreak

» Motoren: 2,2l-Vierzylinder-Diesel 200 PS, 3,0l-V6-Diesel 240 PS, 3,0l-V6-Diesel 275 PS

» Preis: ab 51.500 Euro

» Marktstart: ab sofort