Abfahrverbote auf der S 16: Wunsch nach Ausnahmen

Ein Anrainer aus Bürs wandte sich mit seinem Wunsch an die VN und Behörden. Diese halten dagegen.
Bludenz, Bürs Am Samstag beginnt der Test eines verschärften Abfahrverbots im Klostertal. Wenig begeistert ist ein Anrainer aus Bürs. Sein Wunsch: Abfahrerlaubnisse für Anrainer.
Wunsch nach Ausnahme
„Die Idee ist an sich gut“, betont Berufskraftfahrer Heinz S. gegenüber den VN. Aber die Umfahrung, die den Anrainern aufgebürdet wird, sieht er als aufwendig und widersinnig an. „Ich habe 35 Jahre Erfahrung als Berufsfahrer“, betont er. Er habe nur am Samstag Zeit für Einkäufe, es gäbe nun einmal nicht alles direkt im Oberland oder im Zimbapark.
Er geht davon aus, dass ohne Wachposten an den Abfahrten manche dennoch auf- und abfahren werden. „Dass die Navis nicht ableiten, ist Wunschdenken. Von den Privaten haben vielleicht fünf von hundert die automatischen Updates aktiviert“, schätzt der Bürser. Und wenn schon jemand kontrollieren würde, könnten auch Anrainer abfahren, so seine Überlegung. Und das Ausnahmeschild würde er im Zweifel auch aus der eigenen Tasche zahlen, wenn es helfe. In der Sache habe er auch den Kontakt mit der Bezirkshauptmannschaft (BH) Bludenz gesucht, sei aber abgeblitzt.

Vonseiten der BH hält man gegenüber den VN dagegen, dass eben auch abfahrende Anrainer für die untereinander vernetzten Navigationsgeräte die falsche Botschaft vermitteln würden. „Problem bei solchen Ausnahmen ist, dass die Navigationsgeräte an solchen Stellen dann einen Verkehrsfluss feststellen und andere Verkehrsteilnehmer in solche Straßen ‚routen‘“, erklärt Arnold Brunner von der Verkehrsabteilung der BH Bludenz. „Wir hätten hier dann den genau gegenteiligen Effekt wie gewünscht.“

Diesen und kommenden Samstag beginnen die Versuche, den Reiseverkehr nach Tirol auf der S 16 zu halten, um die Anrainergemeinden zu entlasten. Begonnen wird mit einem Ab- und Auffahrverbot bei Bings und Braz, auch die Auffahrt bei Langen vor dem Arlbergtunnel in Fahrtrichtung Tirol wird blockiert. Dies soll den Verkehr auf der S 16 flüssig halten und damit Ausweichverkehr verhindern. Es könne aber dennoch zu Verkehrsbehinderungen kommen, warnen die Behörden.
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Hinzu kommt eine Dosierampel bei der Ortseinfahrt von Dalaas. Bei der Engstelle nahe Braz-Ost wird der Verkehr wechselseitig angehalten, zwischen der Anschlussstelle Dalaas und Braz-Ost gilt auch ein Fahrverbot für den Schwerverkehr auf der L 97. In Langen beim Autobahnanschluss werden Beamte den Verkehr regeln. Die nächste Eskalationsstufe wird am 17. Februar und am 24. Februar getestet.