Abfahrverbot von der S 16: Das gilt am Samstag

Am 3. und 10. Februar wird die nächste Eskalationsstufe des Abfahrverbots für den Verkehr nach Tirol getestet.
Bludenz Am Montagvormittag donnern die Lkw auf der S 16 in Richtung Arlberg, beziehungsweise ins Tal hinaus. Gespräche sind auf dem Rastplatz Radin Süd eher schwierig, zwischen der Schnellstraße und den Berghängen, die das Echo zurückwerfen. Dennoch luden Landesrat Marco Tittler und Bludenz’ Bürgermeister Simon Tschann hierher zur Pressekonferenz. Auch um etwas zu unterstreichen: Hierher gehört der Fernverkehr, nicht in die Ortschaften.

“Der Verkehr gehört nicht ins Tal hinein”, stellt sich Tschann vor die Anrainer von Nüziders bis zum Arlberg. “Wir brauchen eine Entlastung für unsere Straßen.” Und jetzt im Februar stehen vier verkehrsintensive Wochenenden in Richtung Tirol an, dank Ferien und Wintersaison. Bereits vor einem Jahr testeten Bezirkshauptmannschaft, Land und Gemeinden ein Abfahrverbot von der S 16. Mit bescheidenem Erfolg, wie alle einräumen. Tschann ist überzeugt, ohne Abfahrsperren wird es nicht funktionieren.
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“Sperren sind das ultima ratio”, betont Tittler. Sprich, die Behörden müssen zuerst die gelinderen Mitteln versuchen, bevor sie zu drastischeren Maßnahmen greifen. Die harmlose Lösung vergangenes Jahr scheiterte, daher werden heuer nun zwei weitere Eskalationsstufen getestet, jede zwei Samstage lang. Dies kann aber auch bedeuten, dass die kleine Variante, die am 3. und 10. Februar getestet wird, ebenfalls zu kurz greifen könnte. “Wir bitten daher um Verständnis, dass es an den Samstagen dennoch zu Stau und Verkehrsbehinderungen kommen kann”, warnt Tittler.
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Eine Analyse der Verkehrsdaten zeigte, dass in Folge des hohen Verkehrsaufkommens von etwa 15.000 Fahrzeuge am Tag allein in Richtung Arlberg auf der S 16 an 3 bis 6 Samstagen im Jahr auch ein großer Staufluchtverkehr herrscht. An einem normalen Samstag weichen pro Fahrtrichtung an die 1000 Fahrzeuge auf die L 97 aus, an diesen Samstagen sind es bis zu 5000 Fahrzeuge am Tag.
Gesperrt werden an beiden Samstagen die Ab- und Zufahrten bei Bings und Braz wie auch die Auffahrt auf die S 16 bei Langen vor dem Tunnel in Fahrtrichtung Arlberg. Die Idee dahinter: Da der auf- und abfahrende Verkehr wegfällt, sollte der Verkehr auf der S 16 ungebremst fahren können. Damit wird die Frequenz erhöht und Staubildungen reduziert. Stallehr ist auch aufgrund der Baustelle nur über die L 93 erreichbar. Der Verkehr zwischen Bludenz, Bings und Braz muss auf die L 97 ausweichen, wer durch den Arlberg will, muss die Anschlussstellen Wald oder St. Anton nutzen.

Hinzu kommt eine Dosierampel bei der Ortseinfahrt von Dalaas. Bei der Engstelle nahe Braz-Ost wird der Verkehr wechselseitig angehalten, zwischen der Anschlussstelle Dalaas und Braz-Ost gilt auch ein Fahrverbot für den Schwerverkehr auf der L 97. In Langen beim Autobahnanschluss werden Beamte den Verkehr regeln.
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Die nächste Eskalationsstufe wird am 17. Februar und am 24. Februar getestet: Um einen denkbaren großräumigen Ausweichverkehr bereits im Walgau zu unterbinden, wird die Variante dann um Abfahrverbote bereits ab Nüziders getestet. Hier sollen dann Aufsichtsorgane dafür sorgen, dass der Verkehr ins Klostertal und den Arlberg durchaus auf das niederrangige Verkehrsnetz ausweichen kann. Jene, die nach Tirol wollen, werden jedoch zurück auf die S 16 geleitet.
