So gut ist das elektrische Luxus-SUV von Mercedes

Luxus-Sänfte als Leisetreter: Der neue Mercedes EQS SUV im Test.
Schwarzach Die Elektrooffensive der Stuttgarter geht in die nächste Runde. Die Schlagzahl steigt. Mit dem EQS SUV ist auch der nächste Neuzugang ganz oben positioniert. Viel mehr Luxus geht nicht. Dafür steht schon das „S“ im Namen. Es ist Verpflichtung auch dafür, Maßstäbe zu setzen. Eine Erwartungshaltung, der das 5,12 Meter lange SUV jedenfalls gerecht wird. Das hat freilich seinen Preis und garantiert eine gewisse Exklusivität. Wer ihn sich leisten kann und will, wird den derzeit wohl edelsten Vertreter im Segment sein Eigen nennen dürfen.

Das Elektro-SUV der Luxusklasse steht auf einer eigenen E-Plattform, die es sich mit der bereits seit einiger Zeit erhältlichen gleichnamigen Limousine EQS teilt. Auch beim Design ist die enge Verwandtschaft gut sichtbar. Die Aerodynamik prägt die Optik. Ziel bei beiden Modellen war es, einen möglichst niedrigen Luftwiderstand zu erreichen. Mit einem cw-Wert von 0,26 kommt das XXL-SUV außerordentlich windschlüpfrig daher. Dabei handelt es sich hier um ein Mordstrumm von einem Automobil mit Abmessungen, die fast schon einen Lkw-Führerschein erfordern.

Die Optik spiegelt auch die luxuriösen Ansprüche wider. Das ist schon von Außen sichtbar. Noch höher legt der Hersteller die Latte im Innenraum. Der feine Mix verschiedener Materialien sowie Ausstattungen, die so ziemliche alle Annehmlichkeiten bieten, machen den Batterie-Schwaben zu einer fahrenden Wohlfühl-Oase. Der MBUX-Hyperscreen, der sich von der einen Fahrzeugseite zur anderen streckt, ist das futuristische Highlight, das im Wesentlichen aus drei Monitoren besteht. Die Bedienung ist trotz der Vielzahl an Möglichkeiten simpel, wenn auch der ein oder andere Dreh-Drück-Knopf guttun würde. Der Zeitgeist sieht so etwas allerdings nicht mehr vor. Wer sich den Hingucker gönnt, muss tief in die Tasche greifen. Mit 7500 Euro ist das Extra nicht gerade billig.

Zur antriebstechnischen Mitgift zählen im Falle des EQS SUV 450 zwei Elektromotoren an beiden Achsen, die es auf eine Systemleistung von 360 PS bringen. Das 2,8 Tonnen schwere Gefährt beschleunigt dank eines direkt anliegenden Drehmoments von 800 Nm in 6 Sekunden auf Tempo 100. Vom Stand weg hinterlässt der große Elektro-Benz einen agilen Eindruck. In den Kurven will der EQA allerdings den weiten Weg nehmen, drängt kräftig nach Außen, was dem enormen Gewicht geschuldet ist. Die Allradlenkung hält dagegen und sorgt für überraschende Wendigkeit.

Herausragend ist der Fahr- und Geräuschkomfort. Die Luftfederung bügelt praktisch jede Bodenunebenheit weg. Das schwere SUV schwebt regelrecht über dem Asphalt. Im Innenraum ist es ein echter Leisetreter.
Die exzellente Aerodynamik unterstützt die Reichweite, das hohe Gewicht bremst das EQS SUV wieder etwas ein. Mit den mächtigen 108,4 kWh-Akkus sind auch in der Praxis bei einem Verbrauch von rund 20 kWh locker über 500 Kilometer drin. Das kann sich sehen lassen – auch auf der Langstrecke. Dort lassen sich die Batterien an der Schnellladesäule mit 200 KW in etwa einer halben Stunde befüllen (von 10 auf 80 Prozent).

Zum wahren Luxus des EQS SUV gehört die Größe und damit verbunden die unglaublichen Platzverhältnisse vor allem im Fonds. In der Version mit fünf Sitzplätzen steht auch ein riesiger Kofferraum mit 645 Liter erweiterbar auf 2100 Liter bereit. Mehr geht in der Pkw-Klasse kaum. Das EQS setzt eben auch in diesem Bereich Maßstäbe.
Mercedes EQS SUV
Motor/Antrieb 2 E-Motoren, 360 PS, 800 Nm Drehmoment, Allradantrieb, 1-Gang-Automatik
Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 6 Sek; 210 km/h Spitze; 20,5 kWh Verbrauch, 602 km Reichweite
Preis 127.030 Euro; Testwagen: 168.898 Euro