Roadster-Legende will gepflegt werden

Mobilität / 17.06.2023 • 11:00 Uhr
Mehr Ausstattung und mehr Auswahl: Mazda hat vom MX-5 ein neues Topmodell aufgelegt. <span class="copyright">VN/Rhomberg</span>
Mehr Ausstattung und mehr Auswahl: Mazda hat vom MX-5 ein neues Topmodell aufgelegt. VN/Rhomberg

Mazda hat den MX-5 um ein neues Top-Modell mit feinster Mitgift aufgewertet.

Schwarzach Der MX-5 hat längst einen fixen Platz in der Automobilgeschichte. Der japanische Roadster ist mit über einer Million ausgelieferten Fahrzeugen der Bestseller weltweit und genießt in der eingeschworenen Fangemeinde Kultstatus. Sein Marktdebüt feierte der Zweisitzer 1989. Die aktuelle vierte Generation hat zwar auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel, nur sieht man es ihr nicht an. Mazda pflegt seine Roadster-Legende in kurzen Abständen. Für den 2023er-Modelljahrgang hat der Hersteller mehr Ausstattung in den MX-5 gepackt und ein neues Top-Modell auf die Straße gebracht.

Statt zwei gibt es jetzt drei Ausstattungslinien. Homura ist neu dazugekommen und lässt mit namhaften Zulieferern aufhorchen. Die Sportsitze steuert Recaro bei, die Bremsanlage an der Vorderachse stammt von Brembo und sticht schon wegen der rot lackierten Bremssättel ins Auge. Geschmiedete BBS-Leichtmetallräder, schwarze Außenspiegelklappen und Bilstein-Stoßdämpfer runden die sportliche Mitgift des neuen Topmodells ab. Da ist sowohl optisch als auch technisch fein nachjustiert worden.

Ansonsten ist alles, wie es war, und das ist gut so. Der weltweite Erfolg des MX-5 ist kein Zufall, sondern beruht auf dem Bestreben, eine puristische Fahrmaschine auf die Straße zu stellen. Der Nippon-Roadster zeigt eindrucksvoll, wie wenig es braucht, um viel Fahrfreude erleben zu können. Weniger ist mehr, das trifft da vor allem auf das Gewicht zu. Mit nur etwas mehr als 1100 Kilogramm bleibt der MX-5 seiner ursprünglichen DNA treu.

Das Betätigen des Stoffdachs ist nur ein Handgriff.
Das Betätigen des Stoffdachs ist nur ein Handgriff.

Dazu gehört auch, dass der Roadster quasi um den Fahrer herum gebaut wurde. Er steht im Mittelpunkt, ihm ist alles andere untergeordnet. Mazda nennt das ein „Jinba Ittai“-Gefühl und beschreibt damit eine Einheit wie Pferd und Reiter.
Man muss kein Japanisch können, um zu verstehen, was damit gemeint ist. Reduziert auf das Wesentliche bilden Fahrer und Auto eine Einheit mit dem gemeinsamen Ziel, Fahrspaß zu erleben. Das kann kaum ein anderes Auto so gut und schon gar nicht um diesen Preis. Beim Euro-Fahrspaß-Faktor ist der MX-5 unschlagbar.

Das Cockpit: Alles dort, wo es hingehört, und auf das Wesentliche reduziert.
Das Cockpit: Alles dort, wo es hingehört, und auf das Wesentliche reduziert.

Dass es dabei nicht um die pure Motorleistung geht, ist auch kein Geheimnis. Mazda bietet seinen Roadster mit zwei Aggregaten an. Der stärkere der hochdrehenden Vierzylindermotoren leistet 184 PS (205 Nm Drehmoment) und sorgt für wunderbar sportliche Fahrleistungen. Ausreichend kräftig neigt das Heck dazu, den größeren Kurvenradius zu wählen. Alles bleibt beherrschbar. Herausragend sind die knackige manuelle Schaltung und die präzise Lenkung. Jeder Kilometer wird zur Genussfahrt.

Zum puristischen Konzept zählt auch das manuell zu betätigende Stoffdach, das an der Windschutzscheibe entriegelt und nach hinten geklappt wird. Auch sonst ist die Bedienung simpel, das Cockpit ist befreit von jeglichem unnötigen Firlefanz. So muss ein Roadster sein und nicht anders.

Mazda MX-5 G184 Homura

Motor/Antrieb 2.0 4-Zylinder mit 184 PS (205 Nm), 6-Gang-Schaltgetriebe, Heckantrieb

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 6,5 Sek.; 219 km/h Spitze; 6,9 l Verbrauch (7,4 l im Test)

Preis ab 38.290 Euro; Testwagen: 44.220 Euro