Kombi als Sportwagen: Was lange währt, fährt endlich gut

Mobilität / 12.05.2023 • 10:20 Uhr
Mehr Leistung, mehr Fahrdynamik: Mit dem M3 Touring gibt BMW im direkten Wettbewerbsumfeld auf Anhieb den Ton an. <span class="copyright">VN/Beate Rhomberg</span>
Mehr Leistung, mehr Fahrdynamik: Mit dem M3 Touring gibt BMW im direkten Wettbewerbsumfeld auf Anhieb den Ton an. VN/Beate Rhomberg

Spät, aber doch: Erstmals gibt es auch eine Kombi-Variante des M3. Und die ist echt gut geworden.

Schwarzach Darauf haben BMW-Fans wirklich lange warten müssen. Den M3 gibt es jetzt auch als Touring. Der Brachial-Kombi aus München kommt spät, dafür mit voller Wucht. Wenn es um die reinen Leistungsdaten geht, sieht die alteingesessene Konkurrenz auch so aus. Der Vorsprung ist messbar. Auf der Nordschleife zeigt der Neuling mit 7 Minuten und 35 Sekunden allen anderen Kombis am Markt den Auspuff. Ein Auto also für das Buch der Rekorde.

Der Brachial-Kombi zeigt auch optisch Muskeln.
Der Brachial-Kombi zeigt auch optisch Muskeln.

Der M3 Touring zeigt Muskeln. Breit ausgestellte Kotflügel, mächtige Kühllufteinlässe und eindrucksvolle Schürzen vorne wie hinten: Optisch haben die Bayern dick aufgetragen. Breiter und länger als die zivilen Dreier-Kombis ist die Sportversion ein polarisierender Hingucker. Noch zeitgemäß? Das bleibt dem Auge des Betrachters überlassen. Für PS-Freunde jedenfalls ein Augenschmaus.

Freudentag für BMW-Fans: Nach Jahrzehnten gibt es seit Kurzem doch einen M3 Touring.
Freudentag für BMW-Fans: Nach Jahrzehnten gibt es seit Kurzem doch einen M3 Touring.

Fürs Auge und den großen Platzbedarf ist der Innenraum wie gemacht. Das sportliche Cockpit wird dominiert vom großen BMW Curved Display, das allerdings von der Beifahrerseite betrachtet etwas aufgesetzt wirkt. Die Anzeigen: allesamt M-spezifisch. Carbon-Elemente unterstreichen den Motorsport-Charakter wie auch die Schalensitze, die allerdings für die Passagiere im Fond eine gewisse Sichteinschränkung nach vorne mit sich bringen. Noch etwas weiter hinten ist der Kofferraum. Mit 500 auf 1500 Litern Ladevolumen verdient der Touring seinen Namen. Das Platzangebot ist zu den herkömmlichen Dreier-Kombis uneingeschränkt.

Sport-Cockpit mit dem BMW Curved Display und M-spezifischen Anzeigen.
Sport-Cockpit mit dem BMW Curved Display und M-spezifischen Anzeigen.

Der M3 Touring ist ein Kombi wie ein Sportwagen. Verantwortlich dafür: der Antrieb. Das Herzstück ist „Made in Austria“. Gefertigt in Steyr schiebt das Reihensechszylinder-Aggregat mit Twin-Power-Turbo-Technologie das 1865 Kilogramm schwere Multitalent (plus 85 Kilogramm zur Limousine) impulsiv an. 0 auf 100 in 3,6 Sekunden, Spitze bei 250 km/h (gegen Aufpreis und mit Fahrertraining 290 km/h). Der Verbrauch fällt mit 10,1 bis 10,4 Litern angesichts der 510 PS Leistung moderat aus. Auch in der Praxis sind Werte um 11 Liter machbar.

Ein Kombi als Rennwagen: Der Kofferraum bietet zwischen 500 und 1500 Liter Ladevolumen.
Ein Kombi als Rennwagen: Der Kofferraum bietet zwischen 500 und 1500 Liter Ladevolumen.

Das Geheimnis für die außerordentliche Fahrdynamik ist die Steifigkeit des Chassis. Verstärkungen im Unterboden und dem Kofferraumbereich (ohne Platzeinschränkungen) zeichnen dafür verantwortlich. Angetrieben werden alle vier Räder mit hecklastiger Auslegung. Bei Deaktivierung der Fahrstabilitätsregelung wird der M3 Touring zum Hecktriebler und Driftmeister. Zum guten Ton eines Sportwagens gehört die Klappenabgasanlage, die je nach gewählter Stufe für den passenden Sound sorgt.

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Der M3 Touring kann Rennstrecke und Einkaufsfahrt gleich gut. Das haben sie in München exzellent hingekriegt.

BMW M3 competition Touring

Motor/Antrieb 3-Liter Sechszylinder, 510 PS, 650 Nm, 8-Gang-Automatik, Allrad (abschaltbar)

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 3,6 Sek.; 250 (290) km/H Spitze, 10,1 l Verbrauch (11,2 l Test)

Preis ab 122.700 Euro; Testwagen: 159.229 Euro