Aus Übersee auch auf unsere Straßen

In den USA ein alter Bekannter, in Europa brandneu: Toyota baut mit dem Highlander die Modellpalette weiter aus.
Schwarzach Bei Toyota geht es Schlag auf Schlag. Während andere ihr Modellangebot ausdünnen, legen die Japaner in Europa kräftig nach. Aus Übersee kommt mit dem Highlander jetzt Verstärkung oberhalb des RAV4. In den USA seit 20 Jahren auf dem Markt etabliert, fährt das knapp fünf Meter lange SUV in seiner vierten Generation hierzulande erstmalig vor. Der erste optische Eindruck: ein Mordstrumm von einem Auto steht da, das zwar gefällig gezeichnet ist, aber trotzdem ein wenig aus der Reihe tanzt. Sicken und Rundungen statt Ecken und Kanten, nicht glatt gebügelt, spannend anders. Mit seinem bulligen Äußeren wird er auch bei Europäern ankommen. Fragt man sich, warum es ihn hier nicht längst schon gibt?

Was einst Van war, ist heute SUV. So erklärt sich auch, warum für den Highlander, den es ausschließlich als Siebensitzer gibt, Platz im Modellprogramm frei wurde.
Viel Platz im Innenraum
Überhaupt dreht sich fast alles um Platz. Viel Platz sogar. Den bietet der Highlander in Hülle und Fülle. Das Raumangebot ist in den ersten beiden Sitzreihen großzügig. Das Ladevolumen beläuft sich im Bestfall auf 1909 Liter. Amerikanisch großzügig, wie man es in Übersee gewohnt ist. Gewöhnlich spielt der Qualitätsanspruch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten allerdings eine untergeordnete Rolle. Da überrascht es dann doch ein wenig, dass sich der Neuzugang – zumindest in der Topausstattung – keine Blöße gibt. Sehr ordentlich, was Toyota hier im Volumenssegment zu bieten hat. Materialen und Verarbeitung sind okay, die Bedienung intuitiv. Die Navi-Karte versprüht einen Hauch Nostalgie. Das kann der Weltmarktführer eigentlich besser. Am guten Gesamteindruck ändert das aber nichts. Gute Noten gibt es auch für den Fahrkomfort. Man kann auch hier wieder die Vorliebe der Amerikaner für gut gefederte Fahrzeuge strapazieren. Das muss nicht jedem gefallen, aber was soll andererseits nicht in Ordnung sein an einem Auto, das ganz auf Komfort ausgelegt ist. Gut, allzu ambitioniert sollte man die engen Kurven nicht angehen. Bei einem über 2,1 Tonnen schweren SUV ist dieses Manko aber durchaus verkraftbar.

Sportliche Ambitionen kennt der Highlander ohnedies nicht. Auch sein Hybridantrieb, bestehend aus einem 2,5-Liter Benziner und zwei Elektromotoren, die für 248 PS Systemleistung gut sind, steht für gediegenen Vortrieb. 8,2 Sekunden auf Tempo 100 und 180 km/h Spitze sind im Alltag eine feine Mitgift. Das stufenlose CVT-Getriebe unterstreicht den komfortablem Fahrcharakter. Hybrid im Falle des Highlanders hat neben niedrigen Verbrauch, da auch in der Praxis bei unter sieben Litern liegt, noch den Vorteil des elektrischen Allradantriebs. Gut, dass es dieser Toyota jetzt über den großen Teich geschafft hat.
Toyota Highlander
Motor/Antrieb 2,5 l 4-Zylinder Benziner (190 PS), 2 E-Aggregate, 248 PS Systemleistung, CVT-Autom., Allrad
Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 8,2 Sek; 180 km/h Spitze, 6,6l Verbrauch (6,9 l im Test)
Preis ab 57.990 Euro; Testwagen: 72.420 Euro