Erster VN-Test: So gut ist das neueste Elektro-SUV von Mercedes

Mobilität / 18.11.2021 • 12:30 Uhr
Erster VN-Test: So gut ist das neueste Elektro-SUV von Mercedes
Bei Mercedes steht mit dem EQB das nächste Elektromodell in den Startlöchern. Die VN sind den Neuzugang bereits gefahren. Werk

EQB mit bis zu sieben Sitzen: Nach holprigem Start hat Mercedes bei der E-Mobilität zur Aufholjagd angesetzt.

Sindelfingen Es war alles andere als ein Bilderbuchstart in die Elektro-Ära, den Mercedes 2019 mit dem EQC hingelegt hatte. Das 2,5-Tonnen-SUV mit Batterieantrieb verkaufte sich schleppend, die Markteinführung in den USA wurde schließlich abgeblasen. Ein Bauchfleck, aus dem die Schwaben gelernt haben. Zuletzt hat die Marke mit dem Stern zu einer ambitionierten Aufholjagd angesetzt. Mit dem seit 2020 erhältlichen elektrischen Van EQV, dem kürzlich eingeführten kompakten SUV EQA und der Luxuslimousine EQS nahm die Elektrooffensive kräftig Fahrt auf. Mit dem EQB steht schon der nächste Stromer in den Startlöchern. Einer, der alle Voraussetzungen mitbringt, um ein Verkaufsschlager zu werden. Das haben erste ausführliche Testfahrten der VN eindrucksvoll gezeigt.

Die kantigen Offraodformen wurden beim EQB futuristisch interpretiert.
Die kantigen Offraodformen wurden beim EQB futuristisch interpretiert.

Der Neuzugang ist ein sehr eigenständiger Ableger des GLB, wie die schon länger erhältliche Version mit Verbrennermotor heißt. Er basiert also nicht auf einer eigenen Elektroplattform, sondern teilt diese mit dem herkömmlich angetriebenen Modell. Üblicherweise ist das kein Vorteil, weil die platzsparende Bauweise des Batterieantriebs nicht genutzt werden kann. Weil der Radstand aber ausreichend groß war, um dort die 66 kWh-Akkus unterzubringen, konnten die Ingenieure das Beste aus dem Vorhandenen und dem neuen Antrieb verbinden – und das praktisch ohne jeden Kompromiss.

Futuristische Interpretation

Optisch nimmt der EQB die kantigen Formen der Offroader von Mercedes auf, interpretiert sie aber futuristisch. Markentypisch für die Elektromobilität von Mercedes-Benz sind der Black-Panel-Grill und das Leuchtband vorne und hinten. Darüberhinaus ist alles genauso, wie man es von der Premiummarke kennt. Jedes Detail bildet die gewohnte Wertigkeit ab. Verarbeitung und Material sind über jeden Zweifel erhaben.

Hochwertig und exzellent verarbeitet: Markentypische Qualität im Innenraum.
Hochwertig und exzellent verarbeitet: Markentypische Qualität im Innenraum.

Der EQB lebt eine Großzügigkeitt, wie sie in dem Segmen bisher nicht bekannt war. Als Ersten in der Kompaktklasse gibt es ihn optional mit einer dritten Sitzreihe, also mit Platz für bis zu sieben Personen. Die beiden ganz hinten dürfen nicht größer als 165 Zentimeter sein, Kindersitze sind auch dort montierbar.
Im Grundlayout mit fünf Sitzen bietet der Schwabe zudem Platz „Ende nie“. Bei einer Fahrzeuglänge von 4,68 Meter eröffnet das Gepäckabteil im Bestfall bis zu 1710 Liter Ladevolumen. Egal, wo man auf den beiden vorderen Sitzreihen Platz nimmt, das Raumgefühl ist überzeugend.

416 Kilometer Reichweite

Zum Marktstart fährt der EQB auf allen Vieren vor, ist wahlweise in zwei Leistungsstufen mit 228 PS (EQB 300 4Matic) bzw. 292 PS (EQB 350 4Matic) erhältlich. Die 66-kWh-Batterie ist gesetzt, die Normreichweite beträgt bei beiden Versionen 416 Kilometer. In nur 6,2 Sekunden beschleunigt die stärkere Version auf Tempo 100, bei 160 km/h sind beide elektronisch abgeregelt. Was hinter den Daten steckt, haben erste Fahreindrücke gezeigt: Fahrspaß pur. Trotz reichlich Gewicht lässt sich der schicke Sternenträger leichtfüßig bewegen.

Mit dritter Sitzreihe bietet der EQB Platz für sieben Personen.
Mit dritter Sitzreihe bietet der EQB Platz für sieben Personen.

Anstelle von ausschließlich großer Reichweite setzt Mercedes auf eine intelligente Navigation und clevere Rekuperation sowie ein ausgeklügeltes Thermomanagement. So kalkuliert das Navi etwa den schnellsten Weg ans Ziel und berücksichtigt dabei maximale Ladeleistung und Dauer möglicher Ladestopps. Zu Hause oder an AC-Ladestationen mit 11 kW Wechselstrom ist die Batterie in 5:45 Stunden voll, bei Schnellladestationen lassen sich die Akkus in 32 Minuten von zehn auf 80 Prozent nachladen.

Mercedes ist spät in die E-Mobilität gestartet, macht mit gekonnten Modellen wie dem EQB jetzt aber kräftig Boden gut.

Mercedes EQB

Motor/Antrieb E-Motoren an beiden Achsen, 168 kW (228 PS) bzw. 215 kW (292 PS), Allradantrieb

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 8,0 bzw. 6,2 Sek, Spitze 160 km/h, Verbrauch 18,2 kWh

Marktstart/Preis Februar 2022/ ab 56.601 Euro bzw. 59.360 Euro (jeweils brutto)