Desiro ML: So wird der Talent-Ersatz für Vorarlberg aussehen

Mobilität / 23.08.2021 • 12:30 Uhr
Der Desiro von Siemens soll halten, was der Talent 3 versprach. <span class="copyright">Siemens Mobility</span>
Der Desiro von Siemens soll halten, was der Talent 3 versprach. Siemens Mobility

Der Desiro ML bietet 290 Sitzplätze in vier Abschnitten auf eine Gesamtlänge von etwa 100 Metern.

Wien Der Vertrag zwischen den ÖBB und Siemens Mobility über den Ankauf von 21 Nahverkehrszügen für Vorarlberg ist unter Dach und Fach. Das Auftragsvolumen betrage “etwas mehr als 100 Millionen Euro”, wie es vom Unternehmen auf APA-Anfrage hieß. Die 21 Desiro ML von Siemens, die nun den weiterhin zulassungslosen Talent 3 für Vorarlberg ersetzen sollen, sind ebenfalls eine Österreichpremiere: Zwar hat die ÖBB bereits 180 Desiro in Betrieb – diese sind jedoch dreiteilige Triebzüge von etwa 75 Meter Länge. Für Vorarlberg wird der Zug nun um einen Mittelwagen (Triebzüge sind fix verbaute Garnituren ohne frei tauschbare Waggons) verlängert.

Bedenken, dass dies zu unerwarteten Verzögerungen führen könnte, so wie es die endlos wirkende Zulassungsverfahren beim Talent 3 taten, teilt man bei Siemens nicht. Schließlich verfügt der Desiro einerseits bereits die moderne Zugsicherungstechnik ETCS – und eine gültige Zulassung für Österreich und Deutschland. Die ersten Züge sollen noch Ende 2022 geliefert werden.

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“Der Desiro ML ist ein international erprobtes Fahrzeug, der höchste Werte bei der Fahrgastzufriedenheit erzielt”, betont Arnulf Wolfram, CEO von Siemens Mobility Österreich die Gleichwertigkeit des Ersatzes. ” Die große Flexibilität dieses Fahrzeugs erlaubt es auch, dieses den jeweiligen Kundenwünschen optimal anzupassen.” So werde der Desiro auch die Wünsche der Landesregierung umsetzen können: Angepasst an die Saison werden die Fahrzeuge im Sommer über ausreichend Fahrradplätze verfügen und im Winter mit Skihalter ausgestattet sein. Fahrgäste können sich laut Siemens auch über ein digitales Bord-Infosystem, Klimaanlage, WLAN und Barrierefreiheit in Form von Türen mit Schiebebrett an jedem der acht Einstiegsbereiche freuen.

Ein Wehmutstropfen am Talent 3 war die Produktion in Deutschland. Auch hier kann Siemens mit der Wertschöpfung in Österreich punkten. Gefertigt werden die Züge im Siemens Mobility Werksverbund und auch bei den ÖBB TS (Technische Services) selbst. Dabei spielen auch heimische Klein- und Mittelunternehmen als Lieferanten eine bedeutende Rolle in der Beschaffung, versichert Siemens. Weltweit wurden insgesamt mehr als 540 Desiro ML-Züge von Siemens Mobility in der drei- oder vierteiligen Version verkauft.

Desiro ML Cityjet

Länge: 4 Wagen mit einer Gesamtlänge von rund 100 Metern

Einstiege: Insgesamt acht

Sitzplätze: 290 sowie 2 Rollstuhlplätze

In Vorarlberg sollen 21 Garnituren zum Einsatz kommen.