500 Teile in 68 Minuten: Keine Vorarlbergerin puzzelt schneller als sie

Sarah Neville puzzelt seit ihrer Kindheit – jetzt fordert die Ludescherin die schnellsten Köpfe aus ganz Österreich heraus.
Ludesch Wer die Wohnung von Sarah Neville betritt, sieht sofort: Hier dreht sich alles um Puzzles. Sie liegen auf dem Küchentisch, unter dem Bett, auf dem Kleiderschrank. “Ich habe schon fast keinen Platz mehr”, sagt sie und lächelt. Gerade arbeitet sie an einem Puzzle mit 2000 Teilen, einem Wimmelbild. “Die puzzle ich am liebsten, weil sie viele kleine Details enthalten”, sagt die 37-Jährige, während sie ein Teil nach dem anderen nach Farben sortiert.

In wenigen Tagen, am 1. Mai, wird sie sich in Wiener Neudorf mit den besten Puzzlern aus ganz Österreich messen, wenn sie bei den Österreichischen Meisterschaften im Speed-Puzzeln an den Start geht. Darunter sind in diesem Jahr auch neun Vorarlbergerinnen und Vorarlberger. Veranstaltet wird das Event vom Österreichischen Puzzleverein, Hauptsponsor ist Ravensburger.
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In drei Bewerben treten Teilnehmer aus dem ganzen Land gegeneinander an. Gepuzzelt wird allein, zu zweit oder im Team. Sarah Neville nimmt als einzige Vorarlbergerin an allen drei Bewerben teil. Ziel ist es, ein vorgegebenes Motiv mit 500 Teilen so schnell wie möglich fertigzustellen. Im Teambewerb kommt zusätzlich ein Puzzle mit 1000 Teilen dazu.

Schon seit sie ein Kind ist, puzzelt sie gerne. “Das habe ich von meiner Mutter, sie hat dieselbe Leidenschaft und puzzelt bis heute gerne”, erzählt die Softwareingenieurin. “Auch wenn es bei den Meisterschaften um Schnelligkeit geht, ist Puzzeln etwas Entspannendes.”
Die 37-jährige Oberländerin, die in England geboren wurde, hat bereits viel Wettbewerbserfahrung. Gemeinsam mit ihrer Schwester Elisabeth, mit der sie im Paarbewerb als “Puzzle Sisters” antritt, schaffte sie es bei der Weltmeisterschaft 2024 in Spanien bis ins Semifinale. Bei den Österreichischen Meisterschaften ist es bereits ihr zweiter Antritt.

Die Bewerbe sind klar getaktet: Im Einzelbewerb haben die Teilnehmer für ein Puzzle mit 500 Teilen zwei Stunden Zeit, im Finale 90 Minuten. Im Paarbewerb sind es 90 Minuten, im Finale 60. Im Teambewerb müssen ein Puzzle mit 1000 und eines mit 500 Teilen in insgesamt drei Stunden gelegt werden. “Ein Puzzle mit 500 Teilen habe ich einmal in 68 Minuten geschafft”, sagt die dreifache Mutter stolz.

Wie schnell es an der Spitze zugeht, zeigen auch internationale Bestzeiten: Die schnellsten Puzzler der Welt brauchen für 500 Teile deutlich unter 30 Minuten. Beim Speed-Puzzeln kommt es auf Tempo und Technik an. “Jeder macht das komplett anders.” Neville hat dafür ihre eigene Methode entwickelt. “Ich sortiere gar nicht, ich fange einfach an.” Früher habe sie noch die Randteile herausgesucht, heute nicht mehr. “Ich schaue einfach, welche Farben passen oder ob es Bereiche gibt, bei denen man sofort erkennt, wo sie hinkommen. Mit der Zeit habe ich ein Gefühl dafür entwickelt.”

Welche Motive sie bei den Meisterschaften zusammensetzen wird, bleibt bis zuletzt streng geheim. “Ich hoffe, dass es keine Tierbilder sind”, sagt Neville und lacht. “Puzzles mit Fell, da komme ich gar nicht gut zurecht.”