Liebesdreieck mit Pedro Pascal

Rom-Com: “Was ist Liebe wert?: Materialists”.
Los Angeles Manche Partnerwünsche lesen sich wie eine Einkaufsliste. Mindestens 1, 85 Meter groß sollte er sein, volles Haar, gerne Millionär und ja, auch Katzen muss er mögen. Modernes Dating kann in Zeiten von unrealistischen Schönheitsidealen und Dating-Apps kompliziert sein. Das greift der neue Film “Was ist Liebe wert – Materialists” mit einem Star-Cast auf. Schauspielerin Dakota Johnson (“Fifty Shades of Grey”) gerät als Hochzeitsvermittlerin Lucy in eine Dreiecksbeziehung mit einem feinfühligen Millionär – gespielt vom aktuellen Hollywood-Liebling Pedro Pascal – und mit “Captain America”-Star Chris Evans als ihr mittelloser Ex. Vorneweg: Auch wenn die Geschichte zunächst wie eine konventionelle Rom-Com (romantische Komödie) klingt, geht sie vielmehr kritisch mit kalkulierten Kriterien der modernen Partnersuche um und hat daher mehr dramatische als lustige Momente. Denn wie der Titel schon verrät, zählen für die materialistischen und äußerst wählerischen Klienten von Lucy in puncto Beziehung vorrangig das Einkommen, die familiären Verhältnisse und – natürlich – die Attraktivität. Mit abstrusen Vorstellungen suchen sie die pragmatische Partnervermittlerin in New York auf, die verspricht, die “Liebe des Lebens” für sie zu finden. Ein Mann schließt etwa Frauen mit einem Body-Mass-Index von mehr als 20 aus (sie müssen also sehr dünn sein), ein älterer Single sucht eine Freundin unter 30 Jahren. In Lucys Worten: Hochzeit ist ein Geschäft, Dating ist Mathematik, Statistik. Diese Überzeugung wird allerdings auf die Probe gestellt, als sie bei der Hochzeit einer Klientin auf den charismatischen Millionär Harry (Pedro Pascal) trifft. Zufällig kellnert dort ihr Ex-Freund John (Chris Evans). Harry, ein Junggeselle mit einem zwölf-Millionen-Dollar-Apartment und festem Haaransatz, gilt in der Partnervermittlung als “Einhorn”. Er ist der perfekte Fang, eine “absurde Fantasie”, wie Lucy sagt.
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John hingegen ist in dieser Hinsicht das Gegenteil. Er schlägt sich als gescheiterter Schauspieler durchs Leben und teilt die Miete in einer WG mit seinen Mitbewohnern. Nicht zuletzt wegen seiner finanziellen Situation, so erfährt es der Zuschauer, scheiterte auch die Beziehung mit der materialistischen Lucy. Sie sucht einen wohlhabenden Mann, um in schicken Restaurants essen zu gehen. Aber macht sie das wirklich glücklich? “Materialists” folgt Lucy, wie sie Harry näher kommt, wie sie zu John wieder eine Beziehung aufbaut und wie sie Menschen miteinander verkuppelt. Der Film nimmt das mehr oder weniger algorithmische Dating im digitalen Zeitalter auf die Schippe, und träumt dennoch von der immateriellen Liebe. Generell verliert der Film in der zweiten Hälfte etwas seinen roten Faden, als Lucy nach einer sexuellen Nötigung einer schwer vermittelbaren Klientin aus der Bahn geworfen wird und mit den Konsequenzen umgehen muss. Diese Nebenstory hätte, angesichts des wichtigen Themas, fast schon ein eigener Film sein können. Dennoch hat Song insgesamt eine modern erzählte Liebesgeschichte, die teilweise von skeptischen Ansichten zum Thema Ehe gespickt ist, auf die Leinwand gebracht.