„So Wow! 2025“

Ein kreatives Labor im industriellen Raum von Hohenems.
Hohenems Vom 28. Juli bis 3. August wurde das neue Werk Schillerallee der Firma Collini in Hohenems zu einem pulsierenden Zentrum künstlerischen Schaffens. Der Kunstkreis C – Circle of Art, der seit Kurzem in Hohenems ansässig ist, verwandelte den industriellen Leerstand für eine Woche in ein kreatives Labor für Menschen aller Altersgruppen. Rund 30 Teilnehmende im Alter von 13 bis 81 Jahren widmeten sich in Workshops den Bereichen Schauspiel, Ölmalerei, Tanz, Keramik und Songwriting – experimentell, offen und gemeinschaftlich. Im Vordergrund stand nicht das fertige Produkt, sondern der gemeinsame kreative Prozess. Die Tage begannen mit Warm-ups und Check-ins, gefolgt von zwei Workshop-Phasen, unterbrochen durch ein gemeinsames Mittagessen. Abends wurden offene Arbeitssessions und Austauschformate angeboten. Die Workshops wurden von einem interdisziplinären Team geleitet, zu dem unter anderem Pia Denz (Keramik, Songwriting), Martin Hemmer (Schauspiel), Chantal Boso-Flores (Ölmalerei), Leonard Winter (Komposition) sowie Fabian Tobias Huster (Tanz und künstlerische Begleitung) gehörten, der auch die künstlerische Gesamtleitung innehatte.

Ein Höhepunkt war die Residenz des Wiener Tänzers Johann Ebert, der mit Huster eine Performance zum Thema Repetition, Industrie und Identität entwickelte. Dabei wurde die leere Industriehalle selbst zur Quelle der Inspiration. Das Ziel des Formats besteht darin, jedes Jahr einen industriellen Leerstand in Vorarlberg kurzfristig als Ort kultureller Praxis zu aktivieren. Für Huster sind solche Räume nicht nur symbolisch kraftvoll, sondern auch pragmatisch relevant. Angesichts schrumpfender Kulturbudgets sei eine Zusammenarbeit mit der Industrie essenziell, um kulturelle Bildung langfristig zu sichern. Die So WoW! zeigt, wie sich unternehmerische Infrastruktur und künstlerische Offenheit fruchtbar verbinden lassen. Neben den strukturierten Workshops bot der „Open Creative Space” Raum für spontane Projekte wie eine Installation aus alten Sesseln, bemalte Großpaneele oder eine gemalte Stadtansicht, die oft im Kollektiv mit Gästen, Teilnehmenden und Leitenden entstanden. Den Abschluss bildete eine öffentliche Werkschau, bei der Arbeiten aus allen Workshops, die gemeinsame Performance sowie die Archiv-Ausstellung des Kunstkreises C gezeigt wurden. Die nächste Ausgabe ist bereits für 2026 in Planung.