Beinahe täglich Polizeieinsätze im Seebad Bregenz

Menschen / 26.06.2025 • 12:03 Uhr
Beinahe täglich Polizeieinsätze im Seebad Bregenz
Betriebsleiter Alexander Fritz und Badegäste wie Peter Mennel, Emilia Riedmann und Vanessa Schuchter schildern ihren Eindruck vom Seebad Bregenz. VN/Serra, Grundner

Drogenkonsum, Belästigungen und aggressive Gruppenbildungen stellen das Personal des Seebads vor zunehmende Herausforderungen.

Von Katja Grundner

Bregenz Mehr oder weniger täglich muss aktuell die Polizei zum Seebad Bregenz ausrücken. Es gibt Badegäste, die von Joints rauchenden Jugendlichen und anzüglichen Vorfällen in der Umkleidekabine berichten. „Dieses Jahr ist es schlimmer als in den letzten Jahren“, bestätigt der Betriebsleiter des Seebads Alexander Fritz. Die Neueröffnung im Mai, die frühe und anhaltende Schönwetterphase sowie vermehrt konfliktreiche Vorfälle stellen das Team des Seebads vor große Herausforderungen. Ab nächster Woche soll es mit Sicherheitskräften verstärkt werden.

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Angelika Vonbank, Leiterin des Aktivparks Montafon, berichtet, dass sie in den letzten drei Jahren nie Polizei oder Sicherheitskräfte gebraucht hätten. Im Strandbad Hard schätzt der Geschäftsführer Erich Lindner die Polizeieinsätze auf vier bis fünf Mal pro Jahr. „Manchmal mehr, manchmal weniger. Im Endeffekt sind es immer dieselben: Jugendliche, die ihre Hörner abstoßen“, führt Lindner aus. Früher war in Stoßzeiten gelegentlich Sicherheitspersonal im Einsatz, etwa wenn größere Jugendgruppen für Unruhe sorgten. In den vergangenen drei bis vier Jahren sei das aber nicht mehr notwendig gewesen.

Beinahe täglich Polizeieinsätze im Seebad Bregenz
Als Betriebsleiter des Seebads sieht sich Alexander Fritz hauptsächlich mit Problemen konfrontiert. VN/Grundner

„Aufgrund unserer Größe mit täglich 3.000 bis 5.500 Personen in Verbindung mit dem gesellschaftlichen Querschnitt von Bregenz und Umgebung haben wir sicher mit Problemen zu kämpfen, die andere nicht kennen“, sagt Fritz.

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Konfliktreiche Vorfälle

„Unsere wichtigste Aufgabe ist eigentlich, dass keiner ertrinkt. Aber leider ist es so, dass wir uns zum Großteil mit anderen Vorfällen beschäftigen müssen“, meint Fritz. Er berichtet von Leuten, die über den Zaun klettern, Diebstähle begehen, sich mit Cannabis gefüllte Zigaretten drehen und Mädchen oder Frauen berühren. In vielen Fällen geben sich die Beteiligten unschuldig und es steht Aussage gegen Aussage. Außerdem kommt es zu bedrohlich wirkenden Gruppenbildungen. „Da diskutierst du mit einem und plötzlich stehen 15 um dich herum“, führt Fritz aus. „Als Mitarbeiter ist das sehr schwierig. Natürlich haben die auch Angst, denn man kann nie wissen was passiert.“

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Mit viel Vorsicht formuliert Fritz, dass viele der auffälligen Jugendlichen einen Migrationshintergrund mit sich bringen. „Das Problem ist, dass uns diejenigen, die brav sind und nach den Regeln leben, nicht auffallen. Wir bekommen nur das Verhalten der anderen mit“, äußert Fritz. „Aber es gibt natürlich auch Einheimische und Erwachsene, die sich nicht zu benehmen wissen“, betont der 46-Jährige. Etwa ein älterer Mann, der erst vor Kurzem gezielt leicht bekleidete Frauen fotografiert hatte. Oder Besucher, die große Mengen Müll achtlos liegen lassen.

Beinahe täglich Polizeieinsätze im Seebad Bregenz
Einige Badegäste sind von der direkten Verbindung zum See begeistert. VN/Grundner

Diese Saison wurden bereits einige Hausverbote ausgesprochen, ihre Durchsetzung gestaltet sich jedoch schwierig. Neben dem baldigen Einsatz von Sicherheitskräften ist Fritz in enger Abstimmung mit der Polizei. Auch mit der Jugendarbeitsstelle trat er bereits in Kontakt.

Begeisterung trotz Vorfälle

Peter Mennel, der das Seebad Bregenz seit 1955 regelmäßig besucht, erlebte erst vor einer Woche eine unangenehme Auseinandersetzung mit drei Jugendlichen. Seiner Aussage nach wurde er beschimpft und mit einem Ball auf den Kopf getroffen. Einer der Bademeister schritt ein. Doch dieser Vorfall drückt seine Begeisterung nicht. „Das kann überall passieren. Ich bin sehr gern da. Das Bad ist sehr schön, wirklich einmalig“, äußert der Bregenzer.  

Beinahe täglich Polizeieinsätze im Seebad Bregenz
Für Badegast Peter Mennel ist das Seebad Bregenz ein Traum. VN/Grundner

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(VN)