Eine Vorarlbergerin kämpft für Tierleben

Menschen / 22.05.2025 • 12:00 Uhr
Eine Vorarlbergerin kämpft für Tierleben
Patricia Patsch hat ihren eigenen Verein gegründet. patsch

Patricia Patsch aus Bludesch engagiert sich seit Jahren für den Tierschutz – und gründete ihren eigenen Verein, um noch mehr bewirken zu können.

Zürich, Bludesch Als vor einigen Jahren die illegalen Kälbertransporte von Vorarlberg in den Libanon bekannt wurden, veränderte das die Sichtweise von Patricia Patsch grundlegend. „Damals war ich auf Weltreise und kümmerte mich unterwegs um verschiedene Tiere“, erinnert sie sich. „Früher habe ich zwischen Haus- und Nutztieren unterschieden. Aber dieser Fall hat mir gezeigt: Es ist egal, ob Katze oder Schaf – es sind alles fühlende Lebewesen.“

Eine Vorarlbergerin kämpft für Tierleben
Sie setzt sich für Tiere in Not ein. patsch

Seitdem lebt Patsch vegan und verzichtet auf sämtliche tierische Produkte. Sie setzt sich intensiv mit dem Thema Tiertransporte auseinander und engagiert sich aktiv für das Tierwohl. Auch ihre Dissertation im Bereich Rechtswissenschaften widmete sie dem Tiertransportrecht. Die gebürtige Bludescherin arbeitete unter anderem bei der Renovierung eines Tierheims in Peru mit und unterstützte in Spanien das Tierheim „Salvando Peludos“, wo sie dem Tierärzteteam geholfen hat. „Ich habe viele Vereine kennengelernt, war aber nie ganz überzeugt. Deshalb habe ich schließlich selbst einen gegründet“, erzählt sie.

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Mehrmals im Jahr reist sie ins Ausland, um dort Hunde aus Tötungsstationen zu retten. patsch

Gemeinsam mit ihren Freundinnen Verena Volgger und Johanna Neumeyer rief sie den Verein “Tierschutz Aktiv Grenzenlos” ins Leben. Mehrmals im Jahr reisen sie nach Marokko, Spanien oder Ungarn, um dort Hunde aus sogenannten Tötungsstationen, aber auch aus Tierheimen, zu retten. „Vergangene Woche waren wir wieder im Einsatz und konnten 22 Tiere befreien“, berichtet sie.

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Patsch mit Verena Volgger und Johanna Neumeyer. patsch

Die geretteten Tiere kommen zunächst in ein Heim vor Ort. Dann beginnt die Suche nach einem neuen Zuhause oder einer Pflegestelle. „Es ist belastend, wenn man aus Hunderten nur wenige auswählen kann. Das geht an die Substanz“, sagt Patsch. „Aber jedes gerettete Leben zählt.“ Der Gedanke an die Tiere, die sie nicht retten kann, begleitet sie ständig. „Ich gebe mein Bestes. Wir könnten mehr erreichen, aber ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.“

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Sie schicken auch Hilfsgüter nach Ungarn. patsch

Vor einem Jahr adoptierte sie ihren ständigen Begleiter Oskar. „Er ist 12,5 Jahre alt, stammt aus Ungarn und ist immer an meiner Seite – beim Wandern oder auf Skitouren.“ Kürzlich lebte auch die Hündin Luna aus Marokko bei ihr, für die Patsch Pflegestelle war. „Jetzt hat sie ihr endgültiges Zuhause gefunden.“

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Patsch gibt ihr bestes den Tieren zu helfen. patsch

Luna ist eine Handicaphündin, deren Pfote durch einen Unfall vor zweieinhalb Jahren deformiert wurde und die nun einen neueren Spezialschuh benötigt. In einem Monat wird ein neuer Pflegehund aus Ungarn bei Patsch einziehen. Spenden verwendet der Verein ausschließlich für die Tiere – für Pflege, Kastrationen oder Futter. „Wenn wir reisen, zahlen wir alles selbst. Von den Spenden nehmen wir keinen Cent – jeder Cent gehört den Tieren.“

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Die Vorarlbergerin mit ihrem Hund Oksar und Pflegestellehündin Luna. patsch

Regelmäßig werden zudem Paletten mit Futter, Medikamenten und anderem dringend benötigten Material an ein befreundetes Tierheim in Ungarn geschickt. „Zu sehen, wie gut es die Tiere nach der Rettung haben, ist ein großer Motivator“, sagt Patsch. „Ich sage immer: Alles für die Tiere. Und ich wünsche mir, dass mehr Menschen adoptieren, statt Hunde vom Züchter zu kaufen.“ Im September wird sie erneut nach Spanien reisen – um weitere Leben zu retten.

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Oskar ist ihr ständiger Wegbegleiter. patsch

Zur Person

Patricia Patsch

geboren 16.08.1994

Wohnort Zürich, Bludesch

Beruf Juristin

Hobbys Tierschutz, Kitesurfen