Klimaschutz im Fokus vor der Wahl

Am Freitagvormittag hat Fridays for Future österreichweit demonstriert. Die VN waren dabei und haben sich angehört, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Bregenz zum Klimaschutz und der bevorstehenden Nationalratswahl sagen.
BREGENZ “Wir sind da. Wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut”, immer wieder sind diese Zeilen am Freitagvormittag durch die Bregenzer Innenstadt zu hören.

Nach geraumer Zeit sind wieder Schülerinnen und Schüler auf die Straße gegangen, um auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen. Fridays for Future (FFF) hat an diesem Freitag zur nationalen Demonstration aufgerufen, zwei Tage vor der Nationalratswahl.

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“Es ist unglaublich wichtig auf die Straße zu gehen und so ein bedeutendes Thema sichtbar zu machen”, sagt Mariella Sigg, eine der Besucherinnen der Demonstration. “Und sichtbar wird man erst, wenn man eine große Menge ist, deswegen ist es wichtig dabei zu sein.”

Bis zu 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind an diesem Tag mit der selben Sorge um den Planeten zusammengekommen. Auch eine Gruppe von Parents for Future war dabei. “Die jüngste Flutkatastrophe zeigt klar die Folgen jahrzehntelanger politischer Versäumnisse und stellt eine weitere Eskalationsstufe der Klimakrise in Österreich dar. Was wir in den letzten Wochen erlebt haben, ist furchtbar”, erläutert die FFF Vorarlberg Koordinatorin Sophia Hagleitner.

Die 19-Jährige setzt sich bereits seit fast sieben Jahren für den Klimaschutz ein. “So viele Menschen haben alles in den Fluten verloren. Es werden viele weitere folgen, wenn wir jetzt nicht diese Krise ernst nehmen und aktiv ehrlichen Klimaschutz einfordern.”

Hagleitner betont, wie bedeutsam es ist, dass sich Menschen mit den Wahlprogrammen vor der Nationalratswahl beschäftigen. “Wenn man sich die Wahlprogramme anschaut, gibt es massive Unterschiede, wer ehrlichen Klimaschutz macht und die Klimakrise ernst nimmt. Wenn wir schon die Chance haben, von unserer Stimme Gebrauch zu machen, sollten wir das auch tun”, fügt sie hinzu. Die Aktivistin möchte junge Menschen motivieren, ihre Stimme zu nutzen. “Abhängig davon, was man wählt, ist abhängig davon, wie unsere Zukunft aussehen wird.”

Nachdem die Masse durch die Stadt gelaufen und vor dem Landhaus endlich angekommen ist, übernimmt Aktivistin Sophia Simon das Mikrofon. “Wir haben in zwei Tagen die großartige Möglichkeit, unsere Stimme gegen Klimaschutz einzutauschen. Klingt nach einem Deal, oder was meint ihr”, fragt sie in die Menge, die ihr aufmerksam zuhört und zujubelt. “Ich finde, wir sollten diesen Tausch eingehen und unsere Stimme nutzen, um ganz laut zu werden für die Sicherung unserer Lebensgrundlagen und eine Zukunft ohne Katastrophen.”

Sie betont, wie wichtig es ist, am Sonntag sich den Weg ins Wahllokal nicht zu sparen, “wenn man das tut, wird das Geld weiter in fossile Projekte fließen”. Auch der 18-jährige Lukas Köck findet, dass es richtigen Klimaschutz braucht. “Der Wahlkampf zeigt, dass es nicht ernst genommen wird”, sagt der Vorarlberger. “Wir haben in Niederösterreich gesehen, was passieren und unser Leben beeinflussen kann. Von manchen sogar das Leben beenden. Das möchte ich mir nicht gefallen lassen, daher bin ich hier.”

