Bludenzer Jugendarbeit startet Sendung über Wokeness und Demokratie

Das neue Format der Villa K wird von der Jugendlichen Johanna Fleisch moderiert.
Bludenz “Wokeness” ist die Haltung und Bewegung der Wachheit und Wachsamkeit. Dabei werden Geschehen in der Welt verfolgt wie Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Gewalt sowie Umweltzerstörung. Auf solche Missstände wird dann laut aufmerksam gemacht, sei es in den Medien oder bei Demonstrationen.
Verbindet man diesen Begriff mit dessen englischen Verb “woke” und dem “provoke” (provozieren) entsteht der neue Projektname “ProWoke!” der Villa K, offene Jugendarbeit Bludenz. “Es ist eine Sendungsreihe. Wir wollen damit vor den Folgen eines Demokratieabbaus warnen und mit der Sendung selbst als gute Beispiele für gelebte, friedliche Demokratie vorangehen”, schildert Jugendarbeiter Marco Wagner.

Voraussichtlich wird es drei Folgen für je 45 Minuten zu unterschiedlichen Themen geben. “Die Anliegen, Sorgen, Wünsche und Ängste der Jugendlichen sollen gesehen, gehört und ernst genommen werden”, betont Wagner. “Demokratie lebt vom Diskurs, vom Austausch, von der Aussprache, von Kompromissen und der aktiven Beteiligung der Menschen.”

Johanna Fleisch ist Teil des neunköpfigen Planungs- und Organisationsteams “ProWoke!” und nimmt hinzu noch eine wichtige Rolle ein: Sie moderiert die Sendungen. “Es ist eine tolle Lernmöglichkeit. Ich stehe auch hinter den Themen, die wir präsentieren.”

Sie hat bereits ein Praktikum in der Villa K absolviert und möchte sich aktiv gegen Diskriminierung einsetzen. “Im Moment ist Wokeness negativ behaftet, aber wir wollen den Begriff positiv nutzen, um auf Themen aufmerksam zu machen, die uns wichtig sind”, schildert sie. Die 19-Jährige hat bereits die erste Sendung moderiert. Der Drehtag fand mit Unterstützung von Filmproduzenten Niklas Kirchler in der Villa K statt.

In der ersten Folge dreht sich alles um Klimagerechtigkeit. Dabei war eine Person aus der Wissenschaft dabei, eine aus der aktivistischen Gruppe „Letzte Generation“ und eine Sprecherin der Grünen Jugend Vorarlberg. “Da sind verschiedene Leute dabei. Sie haben alle unterschiedliche Ansätze, aber am Schluss hat sich gezeigt, dass alle dasselbe Ziel verfolgen”, sagt Fleisch.

Mit dem Projekt “ProWoke!” möchte sie selbst auch andere Jugendliche dazu anregen, die eigene Zukunft zu gestalten. “Wir möchten neue Perspektiven und Blickwinkel geben. Nicht nur für junge Menschen, auch für Erwachsene. Wir möchten ihnen zeigen, dass es mehr Diversität gibt, als man denkt.”

Die ersten zwei Folgen der Sendung sollen noch vor dem Sommer auf dem YouTube-Kanal der Villa K veröffentlicht werden, die dritte folgt dann im Herbst. In diesen werden Themen wie Jugend und Politik sowie Diskriminierung im Fokus stehen. Ob noch weitere Sendungen bevorstehen, ist noch unklar.
