Sicherheit im Internet: TikTok-Star gibt wichtige Tipps für Eltern und Jugendliche

Menschen / 06.03.2024 • 17:15 Uhr
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Leonie Tschofen betreibt einen TikTok-Account mit dem Namen “social safety”. vn/tschofen

Leonie Tschofen klärt auf TikTok über die Sicherheit in den sozialen Medien auf.

Montafon Das Ringlicht ist gut positioniert, die Beleuchtung ist an, noch ein Klick auf das Handy: Drei, zwei, eins, Aufzeichnung läuft! Daneben stehen die Notizen, die sich Leonie Tschofen davor aufgeschrieben hat. Fast jede Woche zeichnet die Vorarlbergerin ein Video auf für ihren TikTok Kanal, der den Namen “social safety” trägt. Wie der Name schon verrät, widmet sich Tschofen dem Thema Sicherheit im Internet. “Ich habe vor einigen Jahren mit meiner Mutter eine Dokumentation angeschaut, in der es genau darum ging”, schildert sie. “Es hat mich einfach berührt und ich dachte mir, dass einfach mehr darüber geredet werden muss.”

Leonie Tschofen TikTok Sicherheit im Internet Vorarlberg
Leonie Tschofen klärt über einiges auf. tschofen

Da sie beruflich Content Createrin ist, sich also um die Entstehung von Inhalten kümmert, hatte sie keinerlei Schwierigkeiten auf der Plattform anzudocken. Besonders, da sie selbst ebenfalls früh in den sozialen Medien unterwegs war. “Ich habe recht früh angefangen, bereits mit 12 Jahren. Damals gab es noch den Vorgänger von TikTok, nämlich ‘musical.ly’.”

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Mittlerweile hat die Montafonerin rund 15.000 Abonnenten auf ihrem Kanal, die überwiegend aus Österreich und Deutschland sind. “Ich mache es für die jüngere Generation, aber auch für viele Eltern”, sagt sie. “Ich versuche vorwiegend vieles über die mentale Gesundheit zu vermitteln. Das ist mir sehr wichtig.” Sie erläutert dabei, welche Auswirkungen der Social Media Konsum hervorrufen kann. Es geht von Angststörungen über Kontrollzwang bis zu Schlafstörungen. “Ich habe zwei Cousins in dem Alter, die gerade ein Handy bekommen haben. Ich möchte, dass nicht nur sie wissen, sondern jeder, was sie beachten müssen.”

Leonie Tschofen TikTok Sicherheit im Internet Vorarlberg
Ihr Account. screenshot

Cybermobbing ist ebenfalls ein großes Thema. Die 21-Jährige ist überzeugt, dass dabei die Kommunikation zwischen Eltern und den Kindern fundamental ist. “Es geht nicht nur darum, ihnen zu vermitteln, dass sie so etwas nicht machen sollen. Sondern auch im Falle, dass ihnen das selbst widerfährt, sie Hilfe bei ihren Eltern ersuchen. Dass ihnen klar ist, dass man sie dafür nicht verurteilen wird”, erklärt Tschofen. Hinzu könnte der Elternmodus verwendet werden, wie die Content Createrin erzählt: “So hat man Einsicht in alles, was das Kind sich anschaut und kann gewisse Sachen sperren.”

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Auch vor Betrügereien warnt die TikTokerin auf ihrem Kanal. “Es ist mir selbst und meiner Mutter ebenfalls schon passiert. Deswegen rede ich darüber, damit es anderen nicht passiert”, sagt sie. Unternehmen haben ihre Maschen entwickelt, um neue Influencer auszubeuten. “Sie bieten dir für ihre Produkte Rabatt an. Du kaufst sie und sollst für diese werben. Am Ende bekommst du kein Geld, musst es ja selbst ausgeben und schenkst deine Reichweite.”

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Ihre Mutter hingegen ist auf eine gefälschte E-Mail von “Magenta” hereingefallen. “Es sah echt aus. Sie haben geschrieben, dass sie ein Handy für zwei Euro bekommen kann.” Nachdem sie die Bankdaten eingegeben hat, war das Konto leer geräumt. Außerdem treiben sich auf TikTok unterschiedliche Shops herum, die günstig Klamotten oder andere Ware anbieten. “Wenn sie eine Jacke für fünf Euro verkaufen und du mehrere bestellst, bist du am Ende dein Geld los und bekommst keine Ware”, fügt Tschofen hinzu. Wenn die Option nicht besteht, sicher mit dem Anbieter “Paypal” zu zahlen, solle man die Finger davon lassen.

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Sie bemüht sich die jüngere Generation vor Gefahren zu warnen. vn/pem

Obwohl Leonie Tschofen selbst auf TikTok ist, findet sie die Plattform trotzdem für junge Menschen problematisch. Das Verfahren, das die EU-Kommission dagegen eingeleitet hat, begrüßt sie. “Ich halte es für wichtig, dass man da Schritte einleitet. Das Mindestalter, ab wann Social Media genutzt werden kann, ist 13 Jahre. Das ist viel zu früh, dem sollte man unbedingt nachgehen.” Denn nicht alles, was im Internet kursiert, sei für junge Menschen. “Kettenbriefe oder pornografische Inhalte werden von TikTok zu spät erkannt, da ist es schon viral und jeder hat es bereits gesehen”, sagt sie. Die 21-Jährige appelliert an die jüngere Generation: “Sei dir bewusst über das, was du machst, nicht alles gehört ins Internet und don’t post in real time.”

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