Ein Nachmittag beim ÖAMTC

Die VN haben ÖAMTC-Fahrer Alex Nagele begleitet.
Schwarzach Bereits fünf Minuten, nachdem Alex Nagele ins Auto gestiegen ist, ist ein Piepen zu hören. „Der erste Auftrag ist schon da“, sagt der Mechaniker. An herausfordernden Tagen, an denen die weiße Wucht über Vorarlberg fegt, sind die „gelben Engel“ besonders gefragt. Beim ÖAMTC sind 15 Fahrer mit Pannenautos unterwegs, sieben mit großen Lkw.

Am vergangenen Wochenende gab es insgesamt bis zu 180 Einsätze pro Tag. Alles aufgrund der fordernden Wetterlage. „Gerade im Winter bist du durchgehend unterwegs“, sagt Nagele. „Dabei sind die häufigsten Einsätze leere Batterien. Außerdem kommt es ständig vor, dass ich die Autos aus dem Schnee holen muss.“ Wie heute Morgen in Bildstein. Der Fahrer ist schräg in den Graben hineingerutscht. Alex Nagele musste selbst Schneeketten anlegen, da es sehr steil war, um das Auto herauszuziehen.

Immer auf dem Sprung
Am Nachmittag geht es für den Dornbirner nach Bregenz. Ein Auto, das durch die glatte Fahrbahn ins Schleudern gekommen war, muss in die Werkstatt gebracht werden. „Bis zu 20 Autos schleppe ich am Tag in der Region Dornbirn ab.“


Nachdem er den Pkw mit der Hebebrille seines Wagens abgesetzt hat und dabei ist, alles zu dokumentieren, ertönt bereits wieder ein Piepen. Ein neuer Auftrag wartet. „Eine Batterie ist leer. Wir fahren jetzt hin und schauen, was wir machen. Die Frage ist oft, ob man Starthilfe gibt oder besser gleich die Batterie austauscht“, erklärt Nagele. Für die Starthilfe hat er in seinem Auto eine handliche Startbox.

In Kennelbach angekommen, wartet Angelika Renn schon vor der Haustür auf ihn. „Obwohl mein Auto am Wochenende, als es Minusgrade hatte, in der Kälte stand, ging es an. Jetzt wollte ich bloß zum Einkaufen fahren und es springt nicht mehr an“, erklärt die Frau. „Die Batterie kann jederzeit den Geist aufgeben“, sagt Nagele.

Der Mechaniker begutachtet das Auto und nach erfolgreicher Starthilfe einigen sich beide doch darauf, die Batterie besser sofort an Ort und Stelle auszutauschen, bevor sie wieder Schwierigkeiten bereitet. „Das geht schnell. Es ist eine Arbeit von zehn Minuten“, sagt der ÖAMTC-Fahrer. Und so ist es. Kurz darauf macht Renn die Zündung an, mit einem breiten Lächeln im Gesicht, froh darüber, dass das Auto wieder geht.

Nach dem Einsatz geht es für Alex Nagele nach Wolfurt. Ein Autofahrer steht mitten auf einer engen und steilen Straße. Der ältere Herr hat nicht getankt. „Ich habe immer einen Kanister Diesel und Benzin bei mir für solche Fälle“, sagt der Mechaniker. „Ich schütte ihm jetzt den Diesel rein, aber wir müssen schauen, ob es funktioniert. Wenn der Kraftstoff bei den neueren Autos leer ist, kann es sein, dass die Injektoren Luft einsaugen. Dann muss man den Wagen abschleppen und zu einer Werkstatt bringen, um den Motor zu entlüften“, erklärt er. Bei dem älteren Herren hat es glücklicherweise geklappt, er setzt seine Fahrt fort.

Für den nächsten Einsatz muss Nagele nach Schwarzach. Es scheint, als wäre wieder eine Batterie leer. Doch nachdem der Mechaniker versucht hat, das Auto zu starten, hat er einen anderen Verdacht: „Für mich hört es sich so an, als ob die Kette übergesprungen ist. Wir müssen das Auto in eine Werkstatt Ihres Vertrauens bringen“, erklärt er der Besitzerin des Pkw.


Sein Arbeitstag ist noch lange nicht vorbei. Doch die langen Tage stören Nagele nicht: „Ich helfe gerne. Wenn sich die Leute freuen, freue ich mich auch. Deswegen mache ich den Job bereits seit sechs Jahren.“ Für ihn ist jeder Tag ein neues Abenteuer.
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