Auf den Spuren der Vierbeiner

Susann Bormann steht zur Stelle, wenn ein Hund in Vorarlberg entlaufen ist.
Schwarzach Wenn der Vierbeiner verschwindet, siegt die Sorge und Panik um das Wohl des flauschigen Familienmitglieds. Doch dabei ist entscheidend, Ruhe zu bewahren. Susann Bormann ist in solchen Fällen die Rettung in der Not. Sie hat im Jahr 2017 die „Hundesuche Rheintal / Vorarlberg” ins Leben gerufen. „Wir sind kein richtiger Verein. Es ist eine ehrenamtliche Truppe aus mir und noch zwei Helfern”, schildert sie. Auf Facebook hat die Seite mittlerweile über 3000 Abonnenten – eine Gemeinschaft, in der sich alle gegenseitig helfen. „Wir sind gut vernetzt in Vorarlberg, von Tierrettung, Tierheim, Polizei bis zu Jägerschaften.” Gerade vor ein paar Tagen war ihre Expertise wieder einmal gefragt.

Die Suche
Heuer sind in Vorarlberg 30 Hunde entlaufen. „Das ist eigentlich gut. Vor zwei Jahren hatte ich im Sommer so viele Fälle wie jetzt im ganzen Jahr”, erklärt Bormann. Somit passiert es fast alle zwei Wochen, dass ein Vierbeiner verschwindet. „Es dauert drei Tage bis zu einer Woche, sie zu finden, primär bei den Hunden, die aus dem Ausland adoptiert wurden. Wir schaffen es aber auch, sie direkt am ersten Tag wiederzufinden. Jeder Fall ist unterschiedlich.” Heuer wurden allerdings zwei Hunde nicht mehr gefunden. „Die sind entlaufen und wurden nie wieder von jemandem gesichtet, trotz zahlreicher Aktionen”, schildert sie.
Im Fall, dass ein Hund verschwindet, wird Susann Bormann zunächst kontaktiert. „Im Telefonat wird erst alles abgeklärt: Was ist es für ein Hund? Ist er krank? Ist es ein Familienhund? Kommt er aus dem Ausland? Ist er mit oder ohne Leine entlaufen?”, erklärt die 34-Jährige. Nur wenn sie alle Details hat, kann Bormann die Situation einschätzen. Sie empfiehlt jedoch die ersten 24 Stunden auf die Öffentlichkeit zu verzichten, damit der Hund eine Chance hat, von allein zurückzukommen. „Wenn nicht, wird ein Suchflyer erstellt und im Umkreis großzügig verteilt. Es werden Futterstellen mit 24-Stunden-Überwachung durch Kameras eingerichtet und Laufkarten anhand der Sichtungen geführt”, sagt sie. Im Idealfall kommt dann die Lebendfalle nach wenigen Tagen bereits zum Einsatz.


„Bei gefährlichen Gebieten, wie in den Bergen, wo keine Sichtungen gemeldet werden können, kommt auch mal mein Kollege Diego mit seiner Drohne zum Einsatz. Wenn Hunde drohen, mit ihrer Leine festzuhängen, macht sich meine Kollegin Sabrina mit ihrem Suchhund auf den Weg.”

Auch ist es wichtig, so lange wie möglich am Ort, an dem der Hund entlaufen ist, zu bleiben. Denn die meisten Vierbeiner kommen in den ersten 24 Stunden dorthin wieder zurück. Wenn man mit dem Auto zur Gassistrecke gefahren ist, sollte dort auch eine Person warten, genauso wie zu Hause. Von eigenen, lauten Suchtrupps rät die Expertin ab: „Auch lautes Rufen und Hinterherlaufen ist sehr kontraproduktiv. Wenn man den Entlaufort verlassen muss, dann unbedingt Futter dort lassen.”

Bormann macht die ehrenamtlichen Suchaktionen neben ihrem Vollzeitjob. „Ich weiß nicht, wie ich das alles hinbekomme. Aber ich helfe gerne, ich könnte gar nicht nein sagen. Es ist das Hundeleben, das zählt.”