Ein gesellschaftliches Problem

Menschen / 27.11.2023 • 17:35 Uhr
Das ifs setzt sich für Frauen ein, die von Gewalt betroffen sind. <span class="copyright">Günter Richard Wett/stadt bregenz</span>
Das ifs setzt sich für Frauen ein, die von Gewalt betroffen sind. Günter Richard Wett/stadt bregenz

Das ifs startet ein Projekt mit Vorarlbergern gegen Gewalt an Frauen.

Feldkirch Es ist entscheidend, Betroffene von Gewalt wissen zu lassen, dass sie nicht alleine sind. Das Institut für Sozialdienste hat mit dem Projekt “StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt” diesbezüglich ein Statement gesetzt. In einem Zeitfenster von 16 Tagen (vom internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November bis zum internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember) möchte die Organisation noch vermehrt dafür sensibilisieren. “Wir haben Menschen gesucht, die sich gegen Gewalt an Frauen, besonders häusliche, öffentlich aussprechen wollen”, erklärt die Leiterin des Projekts “StoP”, Nikola Furtenbach. Und das ist ihnen gelungen.

Nikola Furtenbach ist die Leiterin des Projekts "StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt" vom ifs.<span class="copyright"> Ursula Dünser</span>
Nikola Furtenbach ist die Leiterin des Projekts "StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt" vom ifs. Ursula Dünser

Im Landeskrankenhaus Feldkirch sind an Staffeleien Plakate mit Personen aufgehängt, die sich zur Thematik äußern. Auch in einigen Geschäften und Unternehmen werden die Plakate 16 Tage lang die Wände zieren – vielleicht auch länger. “Es sind jetzt über 40 Leute. Wir haben einmal die Pensionistin, die Nachbarin, Monroes-Sänger Hanno Pinter, Geschäftsführer von Austria Lustenau Bernd Bösch und einen Trainer vom VfB Hohenems”, erklärt Furtenbach. “Und das macht was aus, wenn jemand als Mensch da sichtbar ist. Die Leute machen sich Gedanken, vielleicht kennen sie denjenigen auf dem Plakat und so fangen Diskussionen an.”

Die Ausstellung ist im LKH Feldkirch zu sehen. <span class="copyright">Günter Richard Wett</span>
Die Ausstellung ist im LKH Feldkirch zu sehen. Günter Richard Wett

Bei der Initiative ist nicht nur die Prominenz beteiligt, sondern auch gewöhnliche Vorarlberger, um jeden und jede zu erreichen. “Beim Projekt sind über 50 Prozent Männer dabei, was mich wirklich freut. Das macht es sichtbar, dass es kein Problem von Frauen ist, sondern ein gesellschaftliches”, erläutert Furtenbach.

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Unterstützung für Betroffene

Die Ausstellung im LKH Feldkirch zu installieren, ist genaustens überdacht worden. “Wenn ich von Gewalt betroffen bin und nicht zum Opferschutz, sondern einfach die Wunde versorgen gehe und dann die Plakate sehe, bekomme ich eine Art Unterstützung”, sagt sie.

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Jede dritte Frau sei in ihrem Leben von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. Viele von ihnen wenden sich nicht an die Polizei oder Einrichtungen. “Sie haben das Gefühl, sie müssen es selbst lösen. Deswegen ist das Ziel der Plakate, die Scham wegzunehmen und das Thema sichtbar zu machen. Die Frauen sollen wissen, dass hinter ihnen Menschen stehen – sei es die Nachbarin oder die prominente Person.”

Über 40 Personen aus Vorarlberg haben mitgemacht. <span class="copyright">Günter Richard Wett</span>
Über 40 Personen aus Vorarlberg haben mitgemacht. Günter Richard Wett

“Null Toleranz gegenüber Sexismus und Misogynie!” Dieser Spruch ziert das Plakat von Florian Mettauer von Zeughaus Design, der ebenfalls beim Projekt mitgemacht hat. “Wir als Zeughaus Design unterstützen das Projekt ‘StoP’ seit einem knappen Jahr. Es war für uns als Unternehmen ein großes Anliegen ohne Gegenleistung es nochmals zu fördern”, erklärt er. “Ich hatte selbst Berührung mit diesem Thema und daher ist es für mich auch ein persönliches Anliegen.” Das Konzept der Plakate hat Mettauer gleich überzeugt. “Ich halte es für wichtig, als eine gemeinsame Allianz während diesen 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen aufzutreten. Es ist für gewöhnlich ein Thema, das tabuisiert wird. Es sichtbar zu machen ist ein Tropfen davon und ein wichtiger Beitrag”, erklärt Mettauer.

Florian Mettauer empfindet das Projekt als gut.<span class="copyright"> ifs</span>
Florian Mettauer empfindet das Projekt als gut. ifs

Die Ausstellung mit den Plakaten ist bis zum 10. Dezember im LKH Feldkirch zu sehen.

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