Gegen Gewalt an Frauen

Menschen / 26.11.2023 • 17:15 Uhr
Brigitte Stadelmann setzt sich für Jugendliche ein. <span class="copyright">pem</span>
Brigitte Stadelmann setzt sich für Jugendliche ein. pem

Verein Amazone macht sich stark für Mädchen und Frauen.

Bregenz Am Samstag ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen dank Aktionen mehrerer feministischer Vereine an niemandem vorbeigegangen. „Die Geschichte geht eigentlich sehr weit zurück”, erzählt Brigitte Stadelmann vom Verein Amazone in Bregenz. „In den 60er-Jahren sind in der Dominikanischen Republik drei Schwestern nach monatelanger Folter ermordet worden. Die damaligen Feministinnen wollten diesen Tag als Symbol gegen Gewalt an Frauen nehmen und weltweit damit ein Zeichen setzen.” Auch als der Verein Amazone vor 25 Jahren gegründet wurde, hat man sich bereits diesem Thema gewidmet.

Der Verein wurde bereits vor 25 Jahren gegründet.<span class="copyright"> pem</span>
Der Verein wurde bereits vor 25 Jahren gegründet. pem

„Es ist hier im Zentrum ein großes Anliegen. Nicht nur an diesem Tag. Die Gewaltprävention zieht sich durch die Arbeit das ganze Jahr durch bei uns”, sagt Stadelmann. Dabei sei das Wichtigste, zu zeigen, dass die ständig präsente Gewalt an Frauen ein gesellschaftliches Problem ist. „Wie heißt es so schön: Bringe nicht deiner Tochter bei, dass sie sich wehren soll, sondern bringe deinem Sohn bei, wie er sich benehmen soll. Wir wollen auch ganz deutlich sagen, dass Mädchen und Frauen keine Opfer sind.”

Brigitte Stadelmann arbeitet seit einigen Jahren beim Verein Amazone. <span class="copyright">pem</span>
Brigitte Stadelmann arbeitet seit einigen Jahren beim Verein Amazone. pem

16 Tage gegen Gewalt

Die 16 Tage gegen Gewalt an Frauen umfassen die Zeit zwischen dem 25. November (internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) und dem 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte. In dieser Zeit versuchen Aktivistinnen und Feministinnen für dieses Thema zu sensibilisieren. Auch der Verein Amazone hat einige Punkte auf dem Programm.

Am Samstag fand der Workshop „Alarm Alarm” in der Werkstatt des Vereins statt. „Da ging es darum, laut zu sein. Mädchen erzieht man von Anfang an leise, zurückhaltend und nicht auffallend zu sein”, erklärt Stadelmann.

Moon (16) hat ihren eigenen Alarm gebaut. <span class="copyright">amazone</span>
Moon (16) hat ihren eigenen Alarm gebaut. amazone

Deswegen konnten die Besucherinnen der Amazone ihren eigenen Alarm basteln. Drähte zusammen schweißen, an Batterien verknüpfen und Hämmern stand auf dem Tagesprogramm. „Sie können den Alarm selbst verwenden und an die Tasche oder ihre Tür hängen. Es geht darum, dem Gegenüber klare Grenzen zu zeigen und Mädchen für technische Sachen zu begeistern.” Zudem konnte man sich im ganzen Amazone-Zentrum zum Thema gegen Gewalt an Frauen und Prävention informieren oder mit den Fachleuten das Gespräch suchen.

Die Besucherinnen haben alles allein gemacht. <span class="copyright">amazone</span>
Die Besucherinnen haben alles allein gemacht. amazone

Am 29. November gibt es im Verein einen Sexualpädagogischen Workshop mit einer Pädagogin. Parallel findet der „say it loud”-Workshop in der Werkstatt statt. Dabei werden die jungen Mädchen lernen, wie man in einer aktivistischen Form auf Ungerechtigkeit aufmerksam macht. „Dazu wird man Texte zum Thema Gewalt an Frauen heraussuchen und sie im öffentlichen Raum aufkleben, um dafür zu sensibilisieren”, sagt Stadelmann. Am 1. Dezember erwartet die Jugendlichen noch ein Workshop, in dem sich alles um Selbstbehauptung und Verteidigung in der Öffentlichkeit dreht. „Wir, als Verein Amazone, möchten einfach als Sprachrohr für das Thema dienen.”

Der Verein möchte so unter anderem junge Mädchen für Technik begeistern. <span class="copyright">amazone</span>
Der Verein möchte so unter anderem junge Mädchen für Technik begeistern. amazone