Laura Bilgeri: „Nach den Streiks bin ich wieder überm großen Teich“

Hollywood-Streik zwang auch Laura Bilgeri zur Zwangspause. Die Zeit nutzte sie jedoch für andere Projekte.
Schwarzach In Hollywood geht fast nichts mehr. Seit Anfang Mai streiken mehr als 11.000 Drehbuchautoren der Writers Guild, Mitte Juli haben zudem zehntausende Mitglieder der Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA die Arbeit niedergelegt. Sie fordern unter anderem eine bessere Vergütung und Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Der Ausstand legt Hollywood deswegen nahezu lahm. In den USA können derzeit praktisch keine Filme und Serien mehr gedreht werden.
„Schwierige Situation”
Das bekam auch die Vorarlberger Schauspielerin Laura Bilgeri (28) zu spüren. Im Alter von 19 Jahren zog sie nach Los Angeles, um ihre Schauspielkarriere voranzutreiben. „Nach der Corona-Durststrecke ist das für mich eine schwierige Situation, aber auch für alle anderen Schauspieler, die in Los Angeles arbeiten“, erzählt sie im Gespräch mit den VN. “Wäre ich momentan in L.A., würde ich auch stolz mit meinen SAG AFTRA-Kameraden auf der Straße streiken. Es handelt sich um wirklich schwerwiegende Probleme, die für Hollywood beispiellos sind.”
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Die Zeit hat Laura Bilgeri jedoch produktiv genutzt. Gemeinsam mit ihrem Musikproduzenten Lucas Bitschnau hat die Tochter von Rockprofessor Reinhold Bilgeri ihr erstes Pop-Album aufgenommen. Bereits im Juni ließ sie mit ihrer ersten Pop-Single „Arcade“ aufhorchen, die sie bei der Starnacht am Wörthersee präsentierte. „Arcade“ sei mit Abstand der fröhlichste Song des Albums, betont Bilgeri. Auf dem Album, das den Titel „Wrong Way Driver“ (dt. Geisterfahrer) bekommen wird, sei auch ihre Leidenschaft für Jazz und R ’n’ B zu hören. Auch eine Ballade sei mit dabei. „Ich liebe es, verschiedene Genres miteinander zu verbinden.“

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Inhaltlich gehe es darum, gegen den Strom zu schwimmen, aber auch um „Liebe und Herzschmerz“. Die dazugehörigen Musikvideos für die zehn Songs seien bereits im Kasten. Gedreht hat Bilgeri in Eigenregie in Los Angeles und New York. „Ich habe auch die Videos selber geschnitten. Ich liebe es, mein eigener Boss zu sein“, schmunzelt die 28-Jährige. Das Album wird voraussichtlich im April 2024 veröffentlicht.

Ihre Zeit verbrachte sie jedoch nicht nur im Tonstudio, sondern auch vor der Kamera. Für die sechsteilige ARD-Sitcom „Sweat“ stand Laura Bilgeri für eine Episondenhauptrolle vor der Kamera. Sie schlüpfte dafür in die Rolle der unsympathischen Fitness-Trainerin Maggie. „Die Serie ist ein filmisches Kammerspiel, das den Alltag eines heruntergekommenen, altmodischen Fitnessstudios zeigt. Mit dabei ist sehr viel Komik und Ironie“, erklärt Bilgeri. Mit dem Komödien-Genre betrat die Schauspielerin Neuland. „Da ich bis jetzt viel Drama und Sci-Fi gedreht habe, waren der Humor und die schnellen, pointierten Dialoge eine helle Freude für mich.“

Noch in diesem Jahr wird sie zudem in der Soko-Donau-Folge „In der Falle“ zu sehen sein und als Jury-Präsidentin bei den „Vienna International Film Awards“ agieren. Ausruhen gilt für die umtriebige Schauspielerin jedenfalls nicht: „Sobald in Los Angeles eine Einigung stattfindet und die Streiks beendetet sind, bin ich wieder über dem großen Teich.“
Die ARD-Sitcom „Sweat“ ist aktuell in der Mediathek abrufbar: