„Einen Schubs ins Leben geben“

Menschen / 22.05.2023 • 15:00 Uhr
„Einen Schubs ins Leben geben“
Noah Muther: „Die Startbahn erlebe ich als sehr wichtige Maßnahme in Vorarlberg.“ EK (3), Muther

Zivildiener Noah Muther ist in der Jugendbeschäftigung der Caritas-„Startbahn“ tätig.

Bludenz „Durchstarten mit Power“ lautet das Motto in der „Startbahn“ in der Bludenzer Fabrik Klarenbrunn. In diesem Angebot des Fachbereichs Arbeit & Qualifizierung der Caritas werden arbeitslose junge Menschen unter 25 Jahren dazu motiviert, in den Arbeitsalltag einzusteigen.

„Einen Schubs ins Leben geben“
Muther unterstützt den Arbeitsanleiter und hilft bei der Organisation von Veranstaltungen.

Die Einrichtung ist jedoch weit mehr, wie Noah Muther beschreibt. Der 20-jährige Bludenzer absolviert seinen Zivildienst in der Jugendbeschäftigung: „Die Startbahn erlebe ich als sehr wichtige Maßnahme in Vorarlberg. Es wird hier einerseits ein unkomplizierter Zugang zur Arbeit geboten, zudem unterstützt das Team auch bei der Jobsuche oder bei verschiedensten Problemen.“

Es ist für die Jugendlichen auch eine einfache Möglichkeit, schnell und unkompliziert Geld zu verdienen. „Die geleisteten Arbeitsstunden werden wöchentlich abgerechnet und in bar ausbezahlt. Die jungen Menschen erleben, dass man auch ins System einzahlen muss und nicht nur konsumieren kann“, weiß Noah Muther.

„Einen Schubs ins Leben geben“
Zu seinem Job gehört auch, die fertiggestellte Arbeit zu kontrollieren.

Der Arbeitsalltag des Zivildieners beginnt morgens mit der Vorbereitung der Arbeit, ehe um halb neun die Jugendlichen eintreffen. Zu seinem Job gehört auch, die fertiggestellte Arbeit zu kontrollieren, damit die Auftraggeber – meist Unternehmen aus der Region – auch fehlerfreie Ergebnisse erhalten. Zudem unterstützt Noah Muther den Arbeitsanleiter und hilft bei der Organisation von Veranstaltungen.

„Einen Schubs ins Leben geben“
In seiner Freitzeit ist Noah Muther auch als BMX-Trainer aktiv.

Ist es eigentlich ein Vorteil, als Zivildiener in einem ähnlichen Alter wie die Jugendlichen zu sein? „Ich bin in meiner Freizeit BMX-Trainer und habe dadurch sehr viel mit jungen Menschen zu tun“, erklärt der junge Bludenzer. Die Jugendlichen schätzen, dass er ein offenes Ohr für sie hat und sind dankbar, dass jemand Zeit für sie hat. „Manchmal sind es Kleinigkeiten und sie brauchen nur einen kleinen Schubs ins Leben.“

„Einen Schubs ins Leben geben“
So hat er auch neben dem Zivildienst mit Jugendlichen zu tun. Das hilft beim Job.

Als Beispiel erzählt er, wie er kürzlich einem Jugendlichen den Unterschied zwischen Brutto- und Nettolohn nähergebracht hat. „Es hat ihm schlicht vor mir noch niemand erklärt“, sagt Noah Muther. Oft sind es aber auch komplexere Themen, die den jungen Menschen den Einstieg in den Berufsalltag erschweren. Mit Unterstützung von Sozialarbeitern werden dann individuelle Lösungen erarbeitet.

„Einen Schubs ins Leben geben“
Ende Mai peilt Muther ein Studium an.

Für Noah Muther, der zuvor seine Matura an der Landwirtschaftsschule Hohenems abgelegt hatte, war die Nähe zu seinem Wohnort ausschlaggebend für die Wahl seines Zivi-Einsatzortes, zudem wurde ihm die Caritas als Arbeitgeberin empfohlen. „Wir wurden gut eingeschult, man nimmt sich Zeit für uns und man bekommt auch einen Einblick in andere Bereiche. Die Gesamtstimmung hier ist fast familiär und auch die Bezahlung passt“, zeigt der Bludenzer auf.

Ende Mai nun geht sein Weg jedoch in eine andere Richtung: „Mein Plan ist es, ein Studium im Bereich Gastronomie und Önologie zu absolvieren.“ EK

Weitere Infos zum Jugendbeschäftigungsprojekt unter www.caritas-vorarlberg.at/startbahn

ZUR PERSON

Noah Muther

Jahrgang 2002

Wohnort Bludenz

Familie ledig

Hobbys BMX