So bringt Fabian Jochum Singles zusammen

Der Jugendseelsorger und Dompfarrer von Feldkirch organisiert seit drei Jahren Singlegottesdienste – und das mit Erfolg.
Feldkirch Am Valentinstag hat Amor wieder zugeschlagen. Im Rahmen des inzwischen berühmt gewordenen Singlegottesdienstes der jungen Kirche Vorarlberg haben sich wieder Gleichgesinnte in Feldkirch getroffen, um bei einer Messfeier mit Blinddate-Charakter ihre große Liebe zu finden. Seit 2019 lädt der Feldkircher Dompfarrer und Jugendseelsorger Fabian Jochum am Tag der Liebe zum Gottesdienst der etwas anderen Art. “Die Trefferquote kann sich sehen lassen. Ein Paar heiratet sogar bald”, erzählt Fabian Jochum, der noch von einem anderen Paar weiß, das bis heute glücklich verliebt ist. Das Format komme bei den jungen Vorarlbergern gut an und soll auch in den kommenden Jahren weitergeführt werden.

Der jungen Kirche ist es ein Anliegen, Jugendthemen nicht nur kirchenintern zu behandeln. Mit den Singlegottesdiensten breche man das Format des klassischen Gottesdienstes auf. “Nach einem lauschigen Spaziergang durch die Stadt können sich die Singles bei einem warmen Liebestrank aufwärmen”, berichtet Jochum. Den Singlegottesdienst sieht er jedoch nicht als klassische Partnerbörse. “Es braucht ja nicht unbedingt die Kirche, um die Liebe zu finden. Wir bieten einfach ein Angebot, damit die Menschen ins Gespräch kommen. Wenn man am Ende jemanden kennenlernt, ist das natürlich umso schöner.”

Mit Leuten in Kontakt zu kommen und relevante Themen aufzugreifen, die die Menschen in ihrem Alltag beschäftigt, ist das, was Fabian Jochum an seinem Beruf erfüllt. In seinem Weg geprägt habe ihn in erster Linie die Familie – vor allem sein Onkel, der als Mönch in einem Kloster in Deutschland lebt. Seine religiöse Heimat fand er zu Teenagerzeiten in der katholischen Jugend und den Ministranten in Hörbranz, aber auch im Kloster Gwiggen, wo er regelmäßig Gebetsabende besuchte.

Seinen Zivildienst absolvierte er bei der katholischen Ordensgemeinschaft Salesianer Don Boscos in Mexiko. “Das war rückblickend eine sehr wichtige und prägende Erfahrung für mich”, erzählt Jochum. Schon im Alter von 16 Jahren reifte in ihm der Wunsch, Priester zu werden. “Konkret wurde dieser Wunsch aber erst gegen Ende meines Studiums in Innsbruck”, blickt Fabian Jochum zurück. Seit 2021 ist der 38-Jährige Österreichs jüngster Dompfarrer. Seine Aufgabe als Jugendseelsorger sei eine schöne Ergänzung zu seinem Beruf.

Als solcher sieht er sich vor allem als Netzwerker, der die Menschen miteinander verbindet. “Ich fühle mich privilegiert, weil es eine unglaublich vielseitige Aufgabe ist und ich viele junge Leute kennenlernen darf. Für mich ist das ein großes Geschenk.” Seine Tätigkeit sei mehr als nur ein Beruf. “Die alten Römer haben von Muße gesprochen. In der heutigen Zeit würde man das eher als ,Flow’ bezeichnen. Ich bin im ,Flow’. Wenn mich etwas von Herzen beschäftigt, fühlt es sich nicht wie Arbeit an.”
Fabian Jochum
Geboren: 6. Mai 1984 in Bregenz, aufgewachsen in Hörbranz
Wohnort: Feldkirch
Ausbildung, Laufbahn: VS Hörbranz, Gymnasium Bregenz, Zivildienst in Mexiko, Lehramtstudium Religion, Latein und Theologie in Innsbruck; 2013 Priesterweihe, seit 2017 Jugendseelsorger, seit 2021 Dompfarrer von Feldkirch
Hobbys: Lesen, Radfahren, Wandern, Skifahren, Gespräche und Diskussionen




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