Was eine junge Montafonerin im US-Fußball erlebt hat

Leonie Salzgeber (20) hat Erfahrung im College-Fußball gesammelt. Jetzt startet sie in Vorarlberg auch als Trainerin durch.
Schruns Da wo andere urlauben ist das Daheim von Leonie Salzgeber: mitten in der Montafoner Bergwelt. „Dort oben wohne ich“, sagt die 20-Jährige und zeigt von der Tribüne des Schrunser Fußballplatzes aus auf ein Haus am Hang. Hier hat ihre Sport-Karriere vor 16 Jahren begonnen. Geführt hat der Weg die ehemalige Jugendnationalspielerin schon bis in die USA. In der Frauenfußball-Nation Nummer eins hat sie Erfahrungen im College-Fußball gesammelt.

„Mich hat sehr beeindruckt, wie groß in den USA der Stellenwert für den Sport ist“, erzählt sie und nennt dabei vierstöckige Krafträume bzw. die Infrastruktur am Uni-Campus als Beispiele. „Das war wie eine kleine Stadt. Alles im Umkreis. Alles gut mit dem Studium vereinbar. Ein Traum für jeden Sportler.“ Ein Stipendium hatte die Montafonerin vor zwei Jahren nach der Matura am Sportgymnasium nach South Alabama, dann nach Florida geführt. „Miami ist ein Paradies“, schwärmt die Schrunserin und fügt hinzu: „So weit von daheim entfernt sein war für mich als Familienmensch aber auch eine Herausforderung. Außerdem habe ich die Berge vermisst.“

Die große Familienverbundenheit ist auch zu sehen. „Bevor ich in die USA umgezogen bin haben wir uns alle ein Herz an derselben Stelle tätowieren lassen“, erzählt sie und zeigt auf ihr linkes Handgelenk. Auch an den Füßen hat die Sportlerin ein Tattoo stechen lassen, als sie es mit dem Jugendnationalteam zur EM geschafft hatte. “Dream Big” steht dort geschrieben.

Wieso genau es der Fußball ist, der sie von Kleinauf in den Bann zieht erklärt sie so: „Es muss der Ausblick auf den Platz gewesen sein. Als Vierjährige habe ich beschlossen, dass ich das auch tun will.“ Nicht lange hat es gedauert bis sie mit den Jungs kickte und sich die Kapitänsschleife anlegen durfte.

Seit Kurzem weilt Leonie Salzgeber wieder im Land. Wegen einer Fußverletzung musste sie eine Pause einlegen. Die Zeit neben Therapie und Studium nutzte sie, um eine Trainerausbildung zu absolvieren. Ab Herbst wird sie dann als Co-Trainerin die U16-Frauen-Auswahl im Land unterstützen und auch im Sportgymnasium coachen. “Ich freue mich, dass ich schon meine Erfahrungen an die Mädels weitergeben zu dürfen”, sagt sie.


Aber nicht nur am Platz, sondern auch schulisch beweist die junge Frau Ehrgeiz. Sie maturierte mit Auszeichnung und studiert Sportmanagement. Gut kann sie sich auch eine Karriere als Trainerin oder Teammanagerin vorstellen, falls es mit einer Profikarriere als Spielerin nicht klappt oder im Anschluss daran. Grund für den Fleiß ist die Lohnschere im Fußball. „Mir war klar, dass ich ein zweites Standbein brauche. Da die Einschaltquoten niedriger sind als bei den Männern, verdienen die Frauen weniger. Hierzulande hinken wir zwar gegenüber Spanien oder den USA noch hinterher. Aber es geht in die richtige Richtung“, ist sie zuversichtlich.
Zur Person
Leonie Salzgeber
Alter 20
Wohnort Schruns
Ausbildung Matura am Sportgymnasium Dornbirn, derzeit Sportmanagement-Studium
Lebensmotto Dream Big