Herzlicher Umgang mit den Mitmenschen

Menschen / 21.12.2021 • 18:39 Uhr
Michaela Ortner und Berta Laterner: Die beiden Frauen erledigen mit viel Humor fast alles gemeinsam.BI
Michaela Ortner und Berta Laterner: Die beiden Frauen erledigen mit viel Humor fast alles gemeinsam.BI

Michaela Ortner ist mit Begeisterung als Heimhelferin beim MOHI Bludenz tätig.

BLUDENZ Michaela Ortner ist ein Mensch, der unerschütterlichen Optimismus und Freude ausstrahlt. Das ist in ihrem Beruf als Heimhilfe beim Mobilen Hilfsdienst (MOHI) Bludenz durchaus von Vorteil. In aller Früh kommt sie gut gelaunt bei ihrer ersten Klientin an. Dies ist derzeit Berta Lampert. Die 91-Jährige wartet bereits auf ihre Helferin: „Ich bin immer schon um 5 Uhr wach. Dann freue ich mich auf Michaela. Sie ist äußerst zuverlässig, humorvoll und einfach eine feine Frau.“

Gemeinsam wird Kaffee getrunken und die Hausarbeit erledigt. Berta Lampert ist noch sehr agil, ihre ausgeprägte Sehschwäche beeinträchtigt sie allerdings im Alltag. „Wir machen alles miteinander. Mir ist es wichtig, dass meine Klienten so lange wie möglich selbstständig bleiben und ich sie nur bei den Sachen unterstütze, die nicht mehr von ihnen durchgeführt werden können“, betont Michaela Ortner.

Die gelernte Bürokauffrau kam über ihre frühere Nachbarin Elisabeth Falch, der ehemaligen Einsatzleiterin beim MOHI Bludenz, zu ihrer neuen Aufgabe: „Ich habe mir nach der Geburt meiner Söhne überlegt, was ich beruflich machen könnte, da ich gerne Menschen helfe. Der Vorschlag von Elisabeth hat mich sogleich angesprochen. Anfangs hatte ich vor, nur ein oder zwei Mal in der Woche beim MOHI zu arbeiten. Aber ich war von dieser Tätigkeit so begeistert, dass ich sehr bald die ganze Woche gearbeitet habe.“

Individuelle Betreuung

Sie betreut vorwiegend ältere Menschen: „Die meisten meiner Klienten sind über neunzig Jahre alt. Viele fühlen sich einsam und wünschen sich einfach, dass jemand für sie da ist. Ich bin sehr flexibel und bemühe mich, auf jeden einzelnen Menschen ganz individuell einzugehen. Das fängt bei der Unterstützung bei der Körperpflege an, über Hilfe im Haushalt, einkaufen, kochen, Arztbegleitungen oder eben auch gemütlichem Beisammensein.“ Die Betreuung durch das MOHI gewährleistet, dass ältere Menschen, die dies wünschen, länger zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Die Faszination für ihren Beruf blieb auch der neuen Einsatzsatzleiterin, Simona Marinier, nicht verborgen: „Michaelas herzlicher Umgang mit den Menschen hat zu vielen begeisterten Rückmeldungen geführt.“ Nicht zuletzt dadurch wurde Michaela Ortner die Ausbildung zur Heimhelferin, die erstmals im Oberland durchgeführt wurde, vorgeschlagen. „Die Ausbildung war sehr aufwendig, da ich sie berufsbegleitend absolviert habe. Abends war ich oft sehr müde und musste mich zum Lernen motivieren. Wenn ich einen Tag nichts für meinen Lehrgang gelernt habe, hatte ich gleich ein schlechtes Gewissen“, erinnert sich die Gesundheitsfachfrau. Bei ihren beiden Praktika, beim Krankenpflegeverein Nüziders und im Sozialzentrum Senecura in Bludenz, konnte sie viel lernen. Obwohl ihr auch diese Arbeitsbereiche sehr gut gefallen haben, entschied sie sich nach ihrem Abschluss letztlich doch wieder für das MOHI Bludenz: „Die Arbeitsbedingungen sind super. Außerdem habe ich hier schon lange meine vertrauten Menschen, die ich betreue, da kann ich nicht sagen, dass ich nicht mehr komme.“

Die neunmonatige Ausbildung bildete eine wertvolle Ergänzung zu ihrer bisherigen Berufserfahrung: „Ich fühle mich in einigen Situationen nun viel sicherer. Schule und Praxis sind jedoch zwei Paar Schuhe. Grundlegend glaube ich, dass mein Beruf viel Feingefühl, Intuition und Geduld braucht. Manche Klienten sind beispielsweise ein wenig depressiv. Ich bemühe mich, ihnen wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Das gelingt mir eigentlich immer.“ Die zweifache Mutter ist vielfach die erste Ansprechperson bei Problemen. Aber auch sonst steht bei ihr der soziale Gedanke im Vordergrund. So verbringt Berta Laterner den Weihnachtsabend bei ihrer Helferin und deren beiden Söhnen: „Das ist doch eine Selbstverständlichkeit!“ BI

„Mir ist es wichtig, dass meine Klienten so lange wie möglich selbstständig bleiben.“

Michaela Ortner und MOHI-Einsatzleiterin Simona Marinier.
Michaela Ortner und MOHI-Einsatzleiterin Simona Marinier.
Michaela Ortner beim Stricken: Ihr Lieblingshobby dient als Ausgleich.
Michaela Ortner beim Stricken: Ihr Lieblingshobby dient als Ausgleich.
Sebastian, Michaela Ortner und Manuel – die beiden Söhne spielen eine wichtige Rolle in ihrem Leben.
Sebastian, Michaela Ortner und Manuel – die beiden Söhne spielen eine wichtige Rolle in ihrem Leben.

Zur Person

MICHAELA ORTNER

Geboren 6.Juli 1974

Familie zwei Söhne

Wohnort Bludenz

Beruf Bürokauffrau, Heimhelferin

Hobbys Stricken, Spazieren, Wandern, Lesen