Wenn die Seele weint

Ob Diana, Viktoria von Schweden oder Masako von Japan – sie alle haben die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch genommen.
Sorgen gibt es um Fürstin Charlène. Seit März konnte sie ihre Heimat Südafrika aus gesundheitlichen Gründen nicht verlassen, offenbar notwendige Operationen im HNO-Bereich. Im November kehrt sie für einen Tag nach Monaco zurück. Fürst Albert spricht von einer körperlichen und seelischen Erschöpfung, die einen Klinikaufenthalt außerhalb des Fürstentums erfordern.
In ihrem am 16. November erschienenen Buch „Amalia“ spricht Kronprinzessin Amalia der Niederlande ganz offen über ihre Therapieerfahrung. Schon in ihrer Kindheit schicken sie ihre Eltern, das Königspaar Willem Alexander und Maxima, zu einem Fachmann. Sie finde es normal „hin und wieder mit einem Psychologen zu sprechen“. Auch Prinz Harry hat nicht den Gang zum Therapeuten gescheut, wie er 20 Jahre nach Dianas Tod zugibt. „William und ich haben nie über den frühen Tod unserer Mutter gesprochen. Ich litt unter Panikattacken und Angstzuständen.“ Auch der „Megxit“ habe ihm psychisch zugesetzt. Ehefrau Meghan habe ihn zu einer erneuten Therapie ermutigt.
Seine Mutter, Diana, litt an Bulimie und Depressionen. Um anderen Mut zu machen sprach sie als erstes royales Mitglied im TV-Interview offen über ihre psychische Erkrankung. Kronprinzessin Victoria erkrankte als junge Frau an Magersucht. Das schwedische Königshaus reagierte und schickte die 20-Jährige in die USA. Dort lernte sie in einer Therapie, über ihre Gefühle zu sprechen.
Anpassungsstörung
In der japanischen Monarchie gelten psychische Erkrankungen nach wie vor als Tabuthema. Auf der heutigen Kaiserin Masako lastet jahrelang eine hohe Erwartungshaltung, einen Sohn zur Welt zu bringen, der eines Tages Thronfolger werden könnte – auch nach der Geburt von Tochter Aiko. Ihr schlägt der Druck schwer auf die Psyche. Offiziell leidet sie an Anpassungsstörungen. Ihre Depressionen werden nie bestätigt. Der Versuch, sie zu vertuschen, scheitert.
„In der japanischen Monarchie gelten psychische Erkrankungen nach wie vor als Tabuthema.“

Lisbeth Bischoff ist Adelsexpertin und lebt in Dornbirn