„Zufriedenheit ist eine Krux“

Menschen / 13.12.2021 • 22:39 Uhr

Schauspieler Manuel Rubey schlüpft für zwei ORF-Landkrimis in unterschiedliche Rollen.

wien/schwarzach Seinen großen Durchbruch feierte Manuel Rubey, damals 28 Jahre alt, im Jahr 2007 mit dem Kinofilm „Falco – Verdammt, wir leben noch!“. Heute zählt der mittlerweile 42-Jährige zu den etablierten und vielseitigen Schauspielern im deutschen Sprachraum. Demnächst begegnen wir ihm in zwei ORF-Landkrimis: „Flammenmädchen“ am 21. Dezember und „Vier“ am 18. Jänner. 

 

Im Rückblick auf den Falco-Film: Für einen so jungen Schauspieler wie Sie damals waren, war es nicht ohne Risiko, so eine Ikone darzustellen. Sie haben es aber gelöst. Hätten Sie einen Plan B gehabt?
rubey Über einen Plan B habe ich mir damals gar keine Gedanken gemacht. Mittlerweile bin ich älter als Falco je wurde . . .

 

Jedenfalls lief Ihre Karriere seit diesem Film sehr flüssig. Sind Sie heute mit dem, was Sie seither erreicht haben, zufrieden?

RUBEY Zufriedenheit ist eine Krux, also etwas sehr Widersprüchliches. Eigentlich hat sie in unserem Beruf nichts verloren, weil man als Schauspieler neugierig bleiben und sich nie gehen lassen sollte. Zufriedenheit ist eine schwierige Kategorie, und nein, ich bin sehr selten zufrieden.

 

Für den ORF sind Sie jetzt zwei Mal im Krimi-Einsatz. Das erste Mal in Salzburg für „Flammenmädchen“, wo Sie als Kommissar Martin Merana an der Seite der ehemaligen Buhlschaft Stefanie Reinsperger ermitteln. Gefällt Ihnen der Einsatz als TV-Kriminalkommissar?

RUBEY Er taugt mir hier aus vielerlei Gründen. Erstens ist es eine schöne, durchgehende Rolle. Wir drehen allerdings immer in gewissen Zeitabständen. Also nicht fünf Mal pro Jahr. Und das lässt viel Platz für anderes offen.

 

Und zweitens?

RUBEY Es soll nicht pathetisch klingen, aber die Filmfigur Martin Merana ist für mich mittlerweile wie ein guter Freund geworden. Einerseits ist er ganz anders als ich, andererseits aber auch nicht. Jedenfalls ist er mir sehr ans Herz gewachsen. Und drittens, weil schon von Freundschaft die Rede ist: Ich hatte in diesem Fall Gelegenheit, mit meinem alten Spezi Simon Schwarz zu drehen. Wir kennen und schätzen einander seit vielen Jahren, und mit ihm zusammenzukommen, ist für mich immer wie ein schönes Klassentreffen. Es gibt auch noch ein viertens, nämlich: Das Regionale spielt ja in den Landkrimis eine große Rolle. Es ist immer spürbar, denn der Mensch wird ja von seiner Umgebung beeinflusst. Und ich finde es erstaunlich, was ein so kleines Land wie Österreich an verschiedensten tollen Schauplätzen zu bieten hat. Für „Flammenmädchen“ filmten wir in Golling, Scheffau und Werfen, auch direkt bei den Krimmler Wasserfällen. Das ist immer wieder ein aufregendes Naturschauspiel. 

 

Wesentlich düsterere Bilder gibt es in Ihrem anderen neuen TV-Krimi „Vier“ von Marie Kreutzer. Sie sind diesmal kein Ermittler, sondern ein Landarzt. Auch hier spielt die Landschaft sehr wesentlich mit, die düstere Atmosphäre des niederösterreichischen Kamptals in der kalten Jahreszeit. Für Sie dem Vernehmen nach eine Art „Heimspiel“?

RUBEY Ich kenne diese Gegend sehr gut, weil ich dort ein kleines Häuschen habe, in dem ich mich wahnsinnig gern aufhalte. Insofern sind mir der Dialekt und die Sprache aber auch das Nicht-Gesagte, das oft viel wesentlicher ist, sehr vertraut. Ja, die Gegend, die sehr gut zum Thema dieses Films passt, wirkt wirklich ziemlich oft recht ausgestorben.

 

Zu Ihren Partnern in „Vier“ gehört auch die fabelhafte Burgschauspielerin Regina Fritsch als Marion Reiter vom Morddezernat St. Pölten?

RUBEY Was mich wahnsinnig freute. Denn in meinen Teenagerjahren habe ich sie vom Stehplatz des Burgtheaters aus immer sehr bewundert, und ich finde es schön, dass sie nun auch Filme macht. Manche Leute, die vom Theater kommen, können das nicht so gut, denn da gibt es ja den sehr wesentlichen Unterschied zwischen großer Bühne und subtilen Close-ups. Sie aber schafft das wunderbar.

 

Sind Sie persönlich ein Krimi-Fan?

RUBEY Ich mag sie, wenn sie, wie hier, Düsternis mit Humor verbinden. Das ist eine Kombination, die ich wahnsinnig mag. Doch grundsätzlich, denke ich, dass große Komödien schon die Königsklasse sind.

 

Sie haben auch früh schon Theater gespielt und im Jänner 2020 Ihr erstes Solo-Kabarettprogramm „Goldfisch“ aus der Taufe gehoben. Wie geht es mit „Goldfisch“ weiter?

RUBEY Wegen der wiederkehrenden Lockdown mussten inzwischen viele Vorstellungen abgesagt oder verschoben werden. Aber natürlich möchte ich auf diesem Sektor weitermachen und im Leben noch viele Dinge in Angriff nehmen.

 

Was ist Ihr allernächstes Projekt?

RUBEY Eine Familienkomödie für das ZDF in München. LH

„Die Filmfigur Martin Marena ist für mich mittlerweile wie ein guter Freund geworden.“